Hoch auf Felsen möcht' ich klimmen

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Ernst Schulze: Hoch auf Felsen möcht' ich klimmen Titel entspricht 1. Vers(1803)

1
Hoch auf Felsen möcht' ich klimmen,
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Wo die Wolken nächtlich thronen
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Und von bleichem Duft umwoben
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Fern des Lebens Bild erblaßt.
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Ueber Ströme möcht' ich schwimmen,
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Möcht' in dunklen Wüsten wohnen
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Und durch Nacht und Sturmestoben
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Wandeln ohne Ruh' und Rast.

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Nur der Bilder rasches Walten
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Kann den innern Sturm beschwören,
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Und doch zieht's mich in die Stille
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Zu des Herzens Kampf zurück.
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Denn ich zage, zu erkalten,
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Mag die Gluth mich auch verzehren;
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Was mich täuscht, das ist mein Wille,
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Was mich quält, mein einz'ges Glück.

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Schmerzlich tracht' ich nach dem Schönen,
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Weil ich Schönes lieb' im Herzen;
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Doch das Schöne läßt mich zagen,
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Weil ich ewig fern ihm bin.
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Ew'ge Täuschung, ew'ges Sehnen,
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Bange Lust und bittre Schmerzen,
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Furcht und Hoffnung, Fliehn und Wagen,
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Zarte Lieb' ist dein Gewinn!

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Weh, die Nacht ist ohne Sterne,
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Ohne Farb' und Licht der Morgen,
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Und kein Leben giebt das Wachen
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Und der Schlummer keine Ruh.
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Und so treib' ich durch die Ferne,
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Auf dem Meer entzweyter Sorgen,
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Steuerlos, im morschen Rachen
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Trügerischen Küsten zu.

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Und ich achte nicht der Wellen,
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Suche nicht der Noth zu wehren,
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Weil ein einziger Gedanke
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Tödtend meine Kraft umflicht.
37
Mag der schwache Kahn zerschellen,
38
Mag er heim zum Ufer kehren,
39
Tod, ich zittre nicht; ich danke,
40
Glück, dir deine Rettung nicht!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ernst Schulze
(17891817)

* 22.03.1789 in Celle, † 29.06.1817 in Celle

männlich, geb. Schulze

deutscher Dichter der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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