Hätt' ich dich nie gesehen

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Ernst Schulze: Hätt' ich dich nie gesehen Titel entspricht 1. Vers(1803)

1
Hätt' ich dich nie gesehen,
2
Dann könnt' ich rasch dahin
3
Durch's heitre Leben gehen
4
Mit jugendlichem Sinn!

5
Und klagen würd' ich nimmer;
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O Lenz, wie ist so bald
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Entflohn dein goldner Schimmer,
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Und dein Gesang verhallt!

9
Wo frische Rosen ständen,
10
Da fänd' ich Dach und Strauß,
11
Und wenn die Rosen schwänden
12
Verließ' ich Schmuck und Haus.

13
Wohl wechseln Licht und Farben,
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Doch bleibt das Leben dein,
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Und wo die Blüthen starben,
16
Wird dich die Frucht erfreun.

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Jetzt muß ich ewig weinen
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Um einen welken Kranz.
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Die Frucht wird nie erscheinen,
20
Und ewig starb sein Glanz.

21
Doch heg' ich wohl mit Freuden
22
Den Schmerz in stiller Brust;
23
Und hätt' ich mindre Leiden,
24
So hätt' ich mindre Lust.

25
Wohl sinkt aus trüben Düften
26
Die Dämmrung öd' und grau;
27
Doch schwillt von süßern Düften
28
Die Blüth' im nächt'gen Thau.

29
Wohl kehrt das Vöglein nimmer,
30
Das einst sein Lied dir sang;
31
Doch hört dein Herz noch immer
32
Den wundersüßen Klang.

33
Wer Schönes je empfangen,
34
Dem bleibt es ewig nah;
35
Doch ewig muß verlangen,
36
Wer nie das Schöne sah.

37
Hätt' ich dich nie gesehen,
38
Dann müßte bald mein Herz
39
In Sehnsuchtsqual vergehen;
40
Jetzt lebt es durch den Schmerz.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ernst Schulze
(17891817)

* 22.03.1789 in Celle, † 29.06.1817 in Celle

männlich, geb. Schulze

deutscher Dichter der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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