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Wir nahen von neuem den Stralen der Sonnen;
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Von Frost und Eise sind wir frey.
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An Tagen hat unsere Fläche gewonnen,
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Gott Lob! der Winter ist vorbey.
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Wir sehen dem fröhlichen Frühling entgegen,
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Es lacht die trächtige Natur.
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Wir sehen die gährende Kräfte sich regen;
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Es färbet sich der Felder Flur.
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Jtzt werden die Augen beständig erfreuet;
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Es treibet der gedrungne Klee,
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Mit glänzenden lieblichen Bluhmen bestreuet,
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Fast sichtbar itzt sich in die Höh.
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Die Beeten der schimmernden Gärten bedecket
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Ein bunt-gefärbtes Bluhmen-Heer.
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Von Hecken, durchs wachsende Grüne verstecket,
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Sieht man den dürren Strauch nicht mehr.
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Es krönet die glänzende Blühte die Wipfel
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Der fruchtbarn Bäume sonder Zahl.
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Es kleiden unzählige Kräuter die Gipfel
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Der Berge, die noch gestern kahl.
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Aus berstenden Knospen entspriessende Blätter
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Erfüllen überall die Luft;
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Es schwebt um die Bäume bey heiterem Wetter
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Ein allgemeiner grüner Duft.
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Gefärbte befiederte Vögel durchstreichen
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Dieß grün Gewebe, Paar bey Paar;
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Wir sehen auf Linden, auf Buchen und Eichen
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Die lange nicht gesehne Schaar.
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Wir sehen sie hüpfen und springen. Wir hören
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Den lange nicht gehörten Schall;
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Von ihren hell-pfeifenden gurgelnden Chören
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Ertönt der rege Wiederhall.
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Vor andern bezaubert mit wirbelndem Klingen
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Die angenehme Nachtigall;
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Es füllt ihr durchdringendes schmetterndes Singen
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Die Büsch und Wälder überall.
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Jtzt wallen von neuem die sprudlenden Quellen,
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Von Eis und Schlamm nicht mehr verdämmt,
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In hurtigen, cirkelnden, wirbelnden Fällen,
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Durch glatte Kiesel, ungehemmt.
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Zum öftern beschäumet, voll glänzender Blasen,
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Fließt ihr zwar klar- doch dunkles Naß
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Auf schimmerndem Sande. Von grünenden Rasen
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Bedeckt es oft das junge Gras.
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Durch ihre durchsichtige rege Crystallen
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Läßt sich der bunte Boden sehn.
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Man höret ein rauschendes murmelndes Schallen,
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Durch manche kleine Fäll’, entstehn.
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Sie rinnen geschäftig, sie rieseln, sie eilen,
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Bis daß sich endlich nach und nach,
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Durch ebenern Boden, die Triebe zertheilen;
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Denn stillt ihr Laut sich allgemach.
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Dann werden die Flächen zu glänzenden Spiegeln,
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Worinn wir Erd und Himmel sehn,
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Und, zwischen bebüschten und blühmigten Hügeln,
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Wird das, was schön ist, doppelt schön.
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Bald zeigen, von schattigten Wäldern, die Wipfel
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Sich deutlich auf der klaren Fluht,
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Bald zeigt sie, von Bergen, erhabene Gipfel,
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Bestrahlet von der Sonnen Gluht.
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Es zollt uns das Thier-Reich lebendige Früchte:
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Es wirft das Schwein, es kalbt die Kuh,
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Manch strudlender Milch-Quell mehrt unsre Gerichte,
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Die Stute fohlt, das Schaf kommt zu.
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Hier tritt, von stets tzirpenden Küchlein begleitet,
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Aus ihrem Nest, ein gluchzend Huhn;
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Wann Entgen, von schnatternden Muttern geleitet,
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Auf unsern Deichen schwimmend ruhn.
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Es kommen aus berstenden Schaalen gedrungen
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Die Gänse, Welsche Hühnlein auch.
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Jtzt füttern die girrenden Tauben die Jungen,
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In ihrem Nest, zu unserm Brauch.
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Hier spreuzet sich, kollert, stolziret und zeiget
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Der Welsche Hahn den matten Zorn.
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Dort krähet der Haus-Hahn, zum Kämpfen geneiget,
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Und lockt zu dem erkratzten Korn.
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Wer Ohren hat, höre die fröhlichen Töne,
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Durch ihren hellen Klang erquickt.
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Kommt, schmecket, wie freundlich die liebende Güte
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Deß, Der anitzt die Welt verjüngt.
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Verehret, mit innig gerührtem Gemühte,
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Den, Der den Frühling wiederbringt.
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Die herrlichen Werke bewähren den Meister.
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Laßt denn, da sie so wunderschön,
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Doch alle gerührte vernünftige Geister
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Den Schöpfer itzt mit Lust erhöhn!
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Zu seiner Vollkommenheit kann man nichts fügen,
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Er brauchet unsrer Ehre nicht;
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Nur unser Vergnügen ist Gottes Vergnügen,
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Nur unsre Lust ist unsre Pflicht.
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Der ewigen Güte belebende Triebe
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Sind aller Creaturen Grund.
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In ihnen nur macht die unendliche Liebe
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Den Glanz von ihrem Feuer kund.
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Er schuf der Geschöpfe nicht zahlbare Schaaren,
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Um ihnen wohlzuthun, allein,
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Um Seine vergnügende Gunst zu erfahren,
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Ein Vorwurf Seiner Huld zu seyn.
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Dieß fühlen sie alle. Doch hat Er das Denken,
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In einem weit erhabnern Grad,
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Den menschlichen Seelen gewürdigt zu schenken,
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Die er dadurch verpflichtet hat.
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Dieß Denken verbindet uns, uns zu vergnügen
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An allen dem, was Gott gemacht;
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Doch zu dem Vergnügen ein Denken zu fügen
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Auf Den, Der es hervorgebracht,
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Nur Jhn, als den Ewigen Urstand, zu ehren,
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Der Wunder, die so wunderschön,
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Bey froher Bewundrung die Triebe zu mehren,
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In unsrer Lust, Jhn zu erhöhn.
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So oft wir in Deiner Bewundrung uns üben,
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So werden wir zugleich geschickt,
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Nach Deinen Gesetzen, den Nächsten zu lieben,
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Einfolglich, hier und dort, beglückt.
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Herr! laß uns im Frühling Dein Wohlthun beachten,
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Gerührt, oft froh und dankbar seyn;
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Oft Deine beträchtlichen Werke betrachten;
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Oft, Dir zu Ehren, uns erfreun!