Am Fronleichnamstage

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Annette von Droste-Hülshoff: Am Fronleichnamstage (1822)

1
O fasse Mut, er ist dir nah!
2
Du hast sein Fleisch, sein heilig Blut
3
Genossen ja.
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O meine arme Seele, fasse Mut;
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Er ist ja dein, er ward dein Fleisch und Blut!

6
Nicht, wie ich sollte reich und warm,
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Kam freilich ich zu seinem Mahl:
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Ich war ein arm
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Zerlumpter Gast, doch zitterte die Qual
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In mir des Sehnens; Tränen sonder Zahl

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Hab' ich vergossen in der Angst,
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Die dennoch Freudeschauer war.
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Sprich, warum bangst
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Du vor der Arzenei so süß und klar,
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Die Leben dir und Frieden bietet dar?

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Wohl ist es furchtbar, seinen Gott
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Zu einen mit dem sünd'gen Leib;
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Es klingt wie Spott!
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O Herr, ich bin ein schwach und wirres Weib,
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Und stärker als die Seele ist der Leib!

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So hab' ich schuldbeladen dir
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In meinen Sünden mich vereint,
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Doch riefst du mir
24
So laut wie einem, der um Leben weint:
25
So ist es Gnade, was von oben scheint.

26
Und hast du des Verstandes Fluch
27
Zu meiner Prüfung mir gestellt:
28
Er ist ein Trug.
29
Doch hast du selber ja, du Herr der Welt,
30
Hast selber den Verführer mir gesellt.

31
Drum trau' ich, daß du dessen nicht
32
Vergessen wirst an jenem Tag,
33
Daß dein Gericht
34
Mir sprechen wird: »Den Irren seh ich nach;
35
Das Herz war willig, nur der Kopf war schwach!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Annette von Droste-Hülshoff
(17971848)

* 10.01.1797 in Burg Hülshoff, † 24.05.1848 in Burg Meersburg

weiblich, geb. von Droste-Hülshoff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutsche Schriftstellerin und Komponistin

(Aus: Wikidata.org)

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