Melson

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Friedrich von Hagedorn: Melson (1731)

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Der Dollmetsch, welcher oft mehr Sprachen, als er wußte,
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Vor seiner Königin
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Der schlaue Melson fand durch seine Munterkeit
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Den Rath, den nur der Witz verleiht.
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Einst kömmt aus Indien ein schwarzer Abgesandter,
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Erscheinet vor dem Thron, und fängt den Vortrag an,
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Den er nicht übersetzen kann;
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Denn keine Sprache war dem Melson unbekannter.
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Doch hilft die List ihm aus. Ihm winkt die Königin.
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Er nähert sich, und spricht: Dieß ist der Rede Sinn:

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Großmächtigste, dein Ruhm dringt bis in unsre Grenzen.
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Nur dich verehrt ein jeder Theil der Welt.
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Wo sollte nicht, in Marmor aufgestellt,
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Dein Bild und Lob den spätsten Enkeln glänzen?
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Es ist dir Brama hold. Zur Ehre schuf er dich.
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Dein Anblick, wie dein Geist, ist mehr als königlich.

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Dieß hörte Tavernier, der sich im Saal befand.
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Des Fremden Sprache war ihm ganz genau bekannt.
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Er hatte, wie man weiß, von seinen vielen Reisen
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Mehr, als ein Stammbuch, aufzuweisen.
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Er sagte: Königin, was Melson jetzo spricht,
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Das redet der Gesandte nicht.

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Wer wird, sprach Melson drauf, den Mischmasch wissen wollen?
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Mir liegt die Pflicht der Ehrfurcht ob.
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Die Königin verdient das Lob:
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Und hat er's nicht gesagt, so hätt' er's sagen sollen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich von Hagedorn
(17081754)

* 23.04.1708 in Hamburg, † 28.10.1754 in Hamburg

männlich

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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