Ruffin

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Friedrich von Hagedorn: Ruffin (1731)

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Ein schöner Herr, der Pflastertreter Krone,
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Schon um fünf Uhr der Oper edle Zier,
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Mit einem Wort: Ruffin, das Wunderthier,
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Glaubt, daß in ihm die Weisheit sichtbar wohne.
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Was macht ihn stolz? Der Thoren Alles: Geld.
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Ein frommer Greis, den schon, seit vielen Jahren,
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Fleiß und Verdienst und Mäßigkeit erhält,
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Ward jüngst von ihm sehr höhnisch angefahren.

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Der Alte sprach: Du machst mir nicht Verdruß:
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Du bist nur reich, und trotzest mich vergebens:
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Dir fröhnet nur ein eitler Ueberfluß,
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Der Freund, doch nein! der Erbfeind deines Lebens.
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Es ist dein Haus ein fürstlicher Palast:
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Man sorgt, daß dir kein Leckerbissen fehle;
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Du opferst oft so manches deiner Kehle,
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Daß kaum dein Tisch der Schüsseln Menge faßt.

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Mir aber ist ein andres Loos verliehen:
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Wann kehrt bei mir der Schmeichler lächelnd ein?
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Wann darf der Durst auf gar zu vielen Wein
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Den Morgenschlaf zu zeitig mir entziehen?
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Ich lebe nur in stiller Niedrigkeit.
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Es wagt sich nichts zu meinen sichern Hütten,
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Als Wahrheit, Recht, Unsträflichkeit der Sitten,
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Gesunder Witz und Selbstzufriedenheit.

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Wie thöricht ist dein Hochmuth in Geberden?
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O Jüngling, Jüngling, stell' ihn ein:
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Was ich bin, kannst du nimmer sein;
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Was du bist, kann ein jeder werden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich von Hagedorn
(17081754)

* 23.04.1708 in Hamburg, † 28.10.1754 in Hamburg

männlich

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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