Wer ist's, der Maxen bringen die blut'ge Kunde mag

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Anastasius Grün: Wer ist's, der Maxen bringen die blut'ge Kunde mag Titel entspricht 1. Vers(1842)

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Wer ist's, der Maxen bringen die blut'ge Kunde mag
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Von all der Seinen Tode am unheilschwangern Tag?
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Pirkheimer
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Mit Schwert und scharfer Feder für Wahrheit, Recht und Licht.

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Wie nahm der Fürst die Kunde? Wohl war's ihm herbe Pein?
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Wohl wird er weinend klagen, verzweifeln gar? – O nein!
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Die Eule kreischt wohl wimmernd, wenn sie der Pfeil durchdringt,
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Der Königsschwan, auch todtwund, der ächzt nicht, sondern singt.

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Zu Kostniz stieg der König zu Schiff um Mitternacht,
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Vor ihm der See so ruhig, ob ihm der Sterne Pracht!
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Der Mond blickt sanft ins Aug' ihm, als spräch' er ihm aus Herz:
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Ich habe schon belauschet viel größern bittrern Schmerz!

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Die Wellen spielen ums Schifflein, als flüsterten sie ihm zu:
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Wir trugen schon so Manchen, der elender als du!
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Ums Haupt ihm kosen die Lüfte, als weht' es im Schmeichelwind:
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Wir haben schon getrocknet manch herbe Thräne lind!

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Und als der Fürst des Morgens zu Lindau stieg ans Land,
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Da schmiegte sich das Frühroth um seiner Wangen Rand,
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Als rief's zu ihm hernieder vom hohen Aetherthron:
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Ich habe wieder geröthet viel bleiche Wangen schon!

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So hell und licht wie Mondschein, und wie die Lüfte klar,
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Und wie der See so ruhig nun Maxens Seele war;
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In seinem Herzen tagt es wie lichte Morgenstund',
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Er neigt sein Haupt am Strande und küßt den deutschen Grund.

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Vor sich die Schweizerberge sieht glanzverklärt er stehn;
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So hat manch Fürst und Sänger sie seither noch gesehn.
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Heil jedem edlen Fürsten, Heil seinem Volk auch dann,
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Wenn er der Freiheit ruhig ins Antlitz schauen kann!

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Wo aber sind die Sieger, die Schweizer hingeflohn?
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Wo lagern jetzt die Helden? was ward ihr Siegeslohn?
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Wo bleibt das Lied, das brausend dem Preis der Freiheit brennt?
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Wo bauten sich die Tapfern des Ruhmes Monument?

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Seht dort den melkenden Sennen, den Fischer hier im Kahn,
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Den Pflüger und den Schnitter, den Jäger auf felsiger Bahn;
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Ihr braucht nicht weit zu schauen, ihr seht die Helden schon!
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Rings freie Luft und Erde, das ist ihr Siegeslohn.

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Horch, Becher klingen beim Mahle, die Büchse kracht im Wald,
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Die Sensen klirren im Thale, des Aelplers Horn erschallt,
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Dort Läuten der Alpenheerden, fern Abendglockengetön!
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Das ist das Lied der Freiheit! Klang je ein Lied so schön?

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Muth, Wahrheit, Treu' und Liebe und Einfalt, Glaub' und Recht,
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Das ist die heil'ge Sieben im lichten Farbengeschlecht,
43
Das ist der Regenbogen, deß Leuchten ewig brennt
44
Hoch über den Schweizerbergen als Freiheitsmonument!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anastasius Grün
(18061876)

* 11.04.1806 in Ljubljana, † 12.09.1876 in Graz

männlich, geb. Grün

österreichischer Dichter und Politiker

(Aus: Wikidata.org)

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