Alexander Ypsilanti stürzt vom Schlachtfeld kampferhitzt

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Anastasius Grün: Alexander Ypsilanti stürzt vom Schlachtfeld kampferhitzt Titel entspricht 1. Vers(1842)

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Alexander Ypsilanti stürzt vom Schlachtfeld kampferhitzt,
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Wo die Freiheit ihres Blutes letzten Tropfen hat verspritzt,
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Wo er einen hohen Orden sich gewonnen, unbewußt,
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Eine schöne Heldenwunde, klaffend vorn an seiner Brust.

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So mit stolzer Purpurrose seinen Busen ausgeschmückt,
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In der Hand den Stumpf des Schwertes, kampfzerbrochen und zerstückt
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Tritt der Held auf Oestreichs Boden, – o beträt' er ihn doch nicht!
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Beut vertrauend uns die Hände, tritt an unsern Herd und spricht:

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»wenig ist's, darum ich flehe! Gebt mir Linnen zum Verband,
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Laßt an eurer Luft mich laben, und erfreu'n an eurem Land!«
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Mächt'ger als der Mund des Gastes spricht sein rinnend Heldenblut!
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Und sie heißen ihn willkommen, und zu bleiben wohlgemuth:

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»munkats ist ein hübsches Schlößlein, Luft und Aussicht schön und rein!
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Nur beschränkt euch noch einstweilen auf ein einz'ges Fensterlein;
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An Verband soll's auch nicht fehlen, der wohl fest und gut euch paßt,
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Scheint er auch zu sein von Eisen, gleicht er auch den Ketten fast.« –

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Durch sein Gitterfenster nieder blickt der Griechenheld aufs Land,
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Das in schwelgerischer Fülle zaubervollen Lenzes stand:
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»o wie können Rosen duften, Saat und Frucht noch schwellen dicht,
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Saft'ge Reben lockend winken, wo des Gastes Recht man bricht?« –

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Sieben lange Jahr' in Ketten dort der Leu aus Hellas lag.
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Sieh, nun löst man sie, daß wieder frei mit uns er wandeln mag!
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Aber kaum nach sieben Tagen brach der Tod sein Herz entzwei!
24
Traun, mich dünkt, daß er gestorben wohl an unsrer Freiheit sei!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anastasius Grün
(18061876)

* 11.04.1806 in Ljubljana, † 12.09.1876 in Graz

männlich, geb. Grün

österreichischer Dichter und Politiker

(Aus: Wikidata.org)

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