Der Friede sei mein Wort, die Palme sei mein Zeichen!

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Anastasius Grün: Der Friede sei mein Wort, die Palme sei mein Zeichen! Titel entspricht 1. Vers(1842)

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Der Friede sei mein Wort, die Palme sei mein Zeichen!
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Den Lorber, blutgedüngt, umkreist ein Duft von Leichen,
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Der Degen wäscht sich blank in Thränen und in Schweiß;
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Doch
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Des Heiles Zeichen ward auf diesem Sarkophage
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Der Lorberzweig gekreuzt mit einem Palmenreis.

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Bei diesem Schwert, noch feucht von warmer Dankeszähre,
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Versöhnend liegt ein Stab, – nicht jener schicksalschwere,
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Der Schlachtenwetter lenkt, der ehrne Marschallstab, –
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Ein schönrer auch, der einst die edle Fieberkranke
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– Dich, Austria! – gestützt, daß sie dem Fall entwanke,
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Dem Taumel, der sie zog ans schon gegrabne Grab.

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Im schwarzverhangnen Saal entströmt den tausend Kerzen
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Ein Licht so hell als mild; – o daß es in die Herzen
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Die Größe dieses Manns uns schrieb' in goldner Schrift!
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Der Friede sei mein Wort; doch wollt und müßt ihr schlagen,
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Dann lob' ich guten Hieb, dann preis' ich kühnes Wagen,
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Den Schild der fester hält, den Arm der besser trifft.

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Nicht, daß er Wälschlands Schwert entrang der Faust des Sarden
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Und jenen Eisenreif, das Kleinod der Lombarden,
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So stolz die That, sie macht allein ihn nicht so groß;
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Der Steuermann umschifft in Stürmen kühn die Syrte,
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Den eingebrochnen Wolf verscheucht ein guter Hirte,
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Der treue Vogt beschirmt vor Raub des Burgherrn Schloß.

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Er stand vor größerm Feind einst in des Weltkampfs Schranken,
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Ein tausendgliedrig Heer bewegte sein Gedanken,
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Wie jeden Mörserpark, wie jeden Reiterarm;
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Auch das erhob ihn nicht so hoch aus Heldenschaaren,
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An Tapfern und Getreu'n, an Kämpfen und Gefahren,
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An grünen Kränzen war mein Oesterreich nie arm!

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Der
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Der sonnentrunkne Flug, verbrüdernd Aar und Taube, –
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Ein Diesseitsglaube war's, doch drum nicht minder schön,
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Der Glaube, den wir all', ich sag's mit Schmerz, verloren,
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Als selbst die Besten frei von Schuld nicht, weise Thoren
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Und wache Träumer, – Er doch schritt im Licht der Höhn!

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Es stand ein Feind vor ihm, ein schlimmrer Feind im Rücken:
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Die Heimat selbst, zerfleischt von Wahn und Zwiespalts Tücken!
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Verrath und Ohnmacht dort, wo er die Rettung hofft,
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Wo sie fürs All, nur nicht fürs Vaterland, entbrannten
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Und tanzten um ein Bild, das sie die Freiheit nannten, –
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Die alte Tyrannei trägt neue Larven oft.

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Die Räthe ohne Rath, von Greisenart die Jungen!
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Sie sahn mit stumpfem Sinn die Würfel schon geschwungen
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Zum Spiel um dein Gewand, zerrissnes Kaiserreich!
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Da hat den
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Der sprühte in sein Schwert, der machte jung den Alten,
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Da war sein leuchtend Herz der Stern von Oesterreich.

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Durch
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Zwar war's ein festes Herz, kein biegsam Wachsgebilde;
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Der Feldherr wie der Fürst bedarf ein Herz von Erz,
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Das manchen Schlag und Brand ertrag' in starrem Gusse;
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Der rechten Hochglut braucht's, dann rollt in goldnem Fluße
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Wie herrliches Metall, solch' schmelzend Eisenherz.

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Du, Mailand, kennst dieß Herz! Du sahst, den du verrathen,
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Im Wetterleuchten nahn, im Sturmschritt seiner Thaten;
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Da auf dein zitternd Haupt legt' er Verzeihn und Huld.
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Am Kaiser Rothbart so verbrachen deine Ahnen;
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O möge dieser Sarg an jene Zeit dich mahnen,
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An ungleich Strafgericht und an die gleiche Schuld!

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In deinem Schutte stampft des Siegers wilder Renner;
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Da knien, das Henkerschwert im Nacken, deine Männer,
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Den Strick am Hals, das Haupt gefurcht von Noth und Gram,
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Sühnkerzen in der Hand, am Leib das Büßerhemde,
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Das Leben zu erflehn, das bittre Brod der Fremde;
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Das war die Rache, die der Hohenstaufe nahm.

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Daß rings die Fluren blühn, die deine Seide spinnen,
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Dir Kunst und Werkfleiß krönt die ungebrochnen Zinnen;
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Daß jetzt im Prunkpalast, in Scala's Logen dann,
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Auf euren Zauberseen, in seinen Marmorvillen
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Ihr Enkel jenem Bild nachsinnen kann im Stillen,
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Das ist die Rache, die der Todte hier ersann.

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In Schweigen trauerst du; doch an die Sargwand klopfen
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Der Liebe Salven laut, die schweren Thränentropfen,
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Die Volk und Krieger weint, des »Vaters« nun beraubt.
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Traun, solche Lieb' und Macht im Volk kann nur gewinnen,
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Wer mit dem Herzen steht im Volke mitten innen,
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Doch aus der Schaar empor ragt mit dem ganzen Haupt.

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Wo er als Wächter stand, fern an der Landespforte,
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Dort sank der Marschallgreis mit einem Feldherrnworte:
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»den Rückzug tret' ich an! Lebwohl, du Kriegerschaar!«
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Nicht dort am Ländersaum sein Leib gebettet werde,
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Er will den Schlummerpfühl von deutscher Heimaterde
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Im Herzen dieses Reichs, deß Herz er selber war.

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Ein Rückzug war's, so schön wie wenig Siegesfeiern,
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Als er aus Mailands Thor im Sarg mit schwarzen Schleiern,
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Mit Siegesfahnen zog und Helden seines Kampfs,
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Und vom Tessin bis fern an die Karpathenhänge
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Hinrollte Donnergruß und zogen Glockenklänge,
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Und überm Zuge hoch die Säule weißen Dampfs!

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So schwebte feierlich die dunkle Bundeslade
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Durch das Lombardenfeld, die alten Siegespfade,
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Dann durch den blauen Golf, das schöne Dogenlehn.
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Sie sahn im Sonnenduft mit blanken Gletscherzinken
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Tyrol, das Land der Treu, von fern bedeutsam winken
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Und fühlten Geistergruß aus Heldengräbern wehn.

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Durch Krain und Steier dann. Aus den metallnen Gleisen
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Und aus den Bergen klang der Tapfern Lust, das Eisen;
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Im Ost war Ungarns Haupt ihm huld'gend zugekehrt.
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Das alte Wien umhängt mit Flor die Mauerkrone,
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Den Trauerschleier trägt die Anmut auf dem Throne,
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Den Sarg des Dieners ehrt gesenkt ein Kaiserschwert.

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Doch nordwärts zieht der Held; er grüßte noch von ferne
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Sein klangvoll Böhmerland, die Heldenmutter, gerne,
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Die Väterburg, wo einst sein Wiegenlied geschallt.
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Jetzt stehn am Ziel gereiht Kolonnen und Standarten,
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Dort winkt das Mal des Ruhms, der Heldenberg, der Garten,
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Des Feldherrn Ruf gebeut zum letztenmale: Halt! – –

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So wand der Trauerzug durch Oestreichs blüh'nde Lande
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Den dunklen Faden, gleich dem schwarzen Seidenbande,
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Das sinnvoll ernst sich schlingt um einen Blumenstrauß,
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Als ob der Todte selbst sorgsam zum Kranze winde
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Die Länderblumen all, und sie noch fester binde
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Mit seinem Todtenflor, und spräch' es segnend aus:

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»seid einig! Daß sich keins in Hochmut überhebe!
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Der Stärkste ist zu schwach, daß er vereinsamt lebe,
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Schlicht ordne sich und treu ins Ganze jeder Theil;
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So blüht aus Demut selbst dem Kleinsten stolze Größe,
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Wenn Kraft die Schwäche schirmt und Ueberfluß die Blöße,
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Die Buntheit wird zum Schmuck, die Vielheit euch zum Heil!

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Seid Eins in dem Beruf, dem unvergänglich schönen:
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Die Freiheit mit dem Recht der Sitte zu versöhnen,
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Der Zukunft Korn zu streun in kaum gepflügte Bahn;
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Von Sternen seid ein Bund, das ganze Reich umspann' er!
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Vielfarb'gen Lichts
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Kein schönres glänzte dann selbst überm Ozean.« – – –

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Das Hoffen eines Volks belebt die Heldensärge.
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Ob jener Rothbart auch sich im Kyffhäuser berge,
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Nach hundertjähr'gem Schlaf reibt er das Aug' sich klar,
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Im Anblick seines Reichs, im Frühroth es zu laben;
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Er frägt: »Ist Deutschland Eins?« und »Fliegen noch die Raben?«
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Ich fürcht', er frägt umsonst und schläft noch hundert Jahr.

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So wird einst Oestreichs Held dem Heldenberg entsteigen;
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Doch freudig soll er schaun auf Habsburgs blühend Eigen,
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Das er so reich getränkt aus seines Ruhmes Born!
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Und fragen wird er wohl: ob Oestreichs Lerchen fliegen?
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Dann ruft: »Sie fliegen noch! sind sonnenhoch gestiegen!« – –
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Ach, jetzt nur senkten sie sich trauervoll ins Korn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anastasius Grün
(18061876)

* 11.04.1806 in Ljubljana, † 12.09.1876 in Graz

männlich, geb. Grün

österreichischer Dichter und Politiker

(Aus: Wikidata.org)

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