Im fernen, fernen Meere

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Anastasius Grün: Im fernen, fernen Meere Titel entspricht 1. Vers(1842)

1
Im fernen, fernen Meere
2
Da segelt' ein Schiff bei Nacht,
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Der Schiffsherr in der Kajüte
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Entschlief auf der Matte sacht.

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Der Kiel schnitt still und ruhig
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Den weiten stillen Raum;
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Jedoch so still und ruhig
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War nicht des Schiffsherrn Traum:

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Ihm träumt', ein Blitzstrahl habe
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Den stolzen Mast zerspellt,
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Es sei an einem Felsen
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Im Sturm das Schiff zerschellt,

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Und über Bord geschleudert
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Schwimm' er im tosenden Meer,
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Und Wogenkolosse und Blitze
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Die sausen um ihn her.

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Er rudert mit brechenden Armen,
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Schon sieht er die Küste nahn,
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Doch brausend an ihre Felsen
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Schlägt hoch die Brandung hinan.

21
Auf einem der grauen Felsen
22
Sieht er eine Jungfrau stehn;
23
Sie winkt und läßt hernieder
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Zu ihm eine Rose wehn.

25
Doch dort schwimmt nun ein Balken
26
Zur Rettung ihm heran;
27
Soll er zuerst die Rose,
28
Zuerst den Balken umfahn?

29
Schon brechen die Arme, schon sinkt er
30
Ins fluthende Grab hinein;
31
Da faßt ihn die Brandung und schleudert
32
Ihn an das Felsgestein.

33
Der Schiffsherr erwacht und stürzet
34
Rasch aufs Verdeck hinan;
35
Doch ruhig und sicher gleitet
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Das Schiff durch die stille Bahn.

37
Die flüsternden Wellen baden
38
Das Haupt im Morgenlicht; –
39
Wohl sah er keine Trümmer,
40
Doch auch die Rose nicht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anastasius Grün
(18061876)

* 11.04.1806 in Ljubljana, † 12.09.1876 in Graz

männlich, geb. Grün

österreichischer Dichter und Politiker

(Aus: Wikidata.org)

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