Fairfax dein Loßheit und deine Gewalt/

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Anna Ovena Hoyers: Fairfax dein Loßheit und deine Gewalt/ Titel entspricht 1. Vers(1619)

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Fairfax dein Loßheit und deine Gewalt/
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Am König begangen/
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Wird nun Lohn empfangen/
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Wie du hast verdienet/
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Denn dein ungluck grünet/
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Zweiffel nicht daran/
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Du Gottloser Mann.

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Ihr Engeländische Eydbrecher/
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Göttlicher Ordnung wiedersprecher/
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Wie habt ihr euch gestürtzet/
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In spott/ für allen nah' und fern/
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Da ihr dem König ewrem Herrn/
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Des lebens Ziel verkürtzet.
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Hat Satan euch dann gantz verblendt/
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Daß ihr euch selbst so habt geschändt?
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Wer hat jemals gelesen/
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Daß solche Leute/ wie ihr seyt/
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Auff Erden in der ChristenheitVor zeiten sind gewesen?
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Ich bekenn es mit warheit frey/
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Daß ich von solcher Tyranney/
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Mein tag nicht hab gehöret:
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Nein/ so alt ich geworden bin/
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Hab ich kein Volck gesehn vorhin
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Vom Teuffel so bethöret/
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Das seinen König umbgebracht/
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Vnd ein solch Parlament gemacht/
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Alß ihr/ O tolle Thoren/
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Vnd Parlamentische Auffrührer/
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Rebellen/ Teuffels-Rädlein-führer/
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Satan reitt euch mit sporen.
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Der Herr hat euch zum fluch gemacht:
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Da ewer itzo wird gedacht/
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Werdet ihr angespeyet:
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Denn ihr habt auß des Satans Rath/
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Begangen ein Mördersche that/
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O Leut vermaledeyet!
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Sind keine Priester da im Reich/
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Die auß der Schrifft recht lehren euch?
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Vnd diese Wort erklären:
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Fürchtet Gott und den König ehrt?
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Mercket doch wie ihr seyt gelehrt!
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Hast das den König ehren
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Wenn man ihm seinen Kopff abschneidt/
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Vnd die Seele vom leibe scheidt?
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Seht doch was ihr begangen!
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Ein Gesalbter des Herren ist
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Von euch ermordt/ O Teuffels list/
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Was hastu angefangen?
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O Engelant/ voll unverstand/
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Dein schand wird aller welt bekand/
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Bleibt auch zu allen zeiten:
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Du hast dich schändlich/ wie ich merck/
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Zu diesem unerhörten werck/
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Vom Teuffel lassen reiten.
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Ihr Ehrvergessne Engeländer/
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Meyn-Eydge Gotts Ordnung-schänder/
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Ihr Hirtten mit den Schafen/
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Lebt ihr in solcher Gottes forcht?
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Ist das dem wort des Herrn gehorcht?
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Solte Gott euch nicht straffen?
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Heist diß die Obrigkeit geehrt?
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So hat der Teuffel euch gelehrt/
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Bey dem ihr habt
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Er gab euch ein die böse that/
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Saß oben an in ewrem Rath/
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Hats urtheil
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Ich schreib ohn schew die warheit frey/
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Vnd steh so lang ich leb/ ihr bey/
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O ihr Menschliche Teuffel!
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Teuffelsche Menschen/ wilde Thier/
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Ja ärger alß die Thier seyt ihr/
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Von Gott verflucht ohn zweiffel/
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Mit dem Verräther in Schottland/
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Der euch den König zugesand/
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Weh euch ihr übelthäter!
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O Schottland/ sehr leid ist es mir/
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Daß man auch hören soll von dir/
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Du habst solche Verräther.
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O Esel/ Lesel/ sieh' wie hast
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Du (Wie Judas der lose Gast)
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Deinen König geführet
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Zur schlachtbank/ in der sünder händ/
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Gabst stanck für danck/ daß dich Gott schänd!
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Mehr danck hätt ihm gebühret;
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Der dich zum Grafen hat gemacht/
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Vnd in grosses ansehn gebracht/
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Den hastu hingegeben.
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Er war from/ meynt du werst sein freund/
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(wie es auch scheint) warst aber feind/
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Das kostet Ihm sein leben.
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Sein Maystät hat auff wort gebawt/
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Deiner falschheit zu viel getrawt/
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Dadurch ist Er verrahten.
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Traw wol und glaube leicht/ die beid
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Machen auch offtmals hertzenleid/
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Den hohen Potentaten.
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Weh' dir du Schott Ischarioth/
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Du bist schuldig ans Königs todt/
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Hast geltsummen genommen/
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Vnd deinen Herrn nach Engeland/
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Den Phariserrn zugesand.
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Weh' dir und auch dem krummen
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Cromwel/ des Fairfax spieß gesell/
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Der Hencker zieh' euch ab das fell/
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Geb' ewerm Commandanten
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Hammund/ auch seinen rechten lohn/
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Hamans Galge/ zu spott und hoen/
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Allen seinen verwanten.
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Man hört noch täglich wie ihr mordt/
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Wie lang wollt ihr so fahren fort/
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Die Frommen zu betrüben?
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Ihr schreittet zu weit übers ziel/
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Machet der armen Waisen viel/
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Heist das den Nähsten lieben?
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Vom Weibe nemt ihr hin den Mann/
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Meynt ihr Gott hab gefallen dran?
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Glaubt frey/ straff wird Er senden:
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Der Waisen seufftzen hört der Herr/
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Der Wittwen tränen sammelt Er/
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Nimpt sich an der Elenden.
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Ihr habt in ewrem Königreich
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Derselben tränen viel auff euch/
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Schwer werden sie euch fallen
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Auffs hertz/ in ewer letsten noth/
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Wann heran treten wird der tod;
126
Diß sag ich euch und allen.
127
Die lieb zur Obrigkeit macht/ daß
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Ich euch und ewers gleichen haß/
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Als Teuffels Mitgesellen/
130
Vnd ungetrewe Vnterthanen/
131
Ihr Engeländsche Wetterhanen/
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Meutmacher und Rebellen:
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Ich kan euch sonst nicht tituliern/
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Nichts gutes ist an euch zu spührn/
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Die Liebe nicht zufinden.
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Ihr habt vergossen Königs blut/
137
Wie kan ein Christ diß heissen gut?
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O ihr verkehrte blinden.
139
Habt ihr an David nicht gedacht/
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Hat ders mit Saul also gemacht?
141
Wolt Er sein hand auch legen
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An den Gesalbeten des Herrn?
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Nein/ sprach Er/ daß sey von Mir fern.
144
Er ließ sich nicht bewegen
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Zu tödten den/ der ihn doch hasst:
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Er war ihm so nah daß er fasst
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Den zipfel seines Kleides;
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Ließ ihn dennoch gehn unversehrt/
149
Damit er Vnterthanen lehrt/
150
Köngen zu thun nichts leides.
151
Was gab Er auch fur Bottenbrot
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Dem/ der zu ihm sprach Saul ist todt/
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Vnd ich hab ihn erschlagen?
154
Must nicht dafur der armer Tropff/
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Wieder einen blütigen Kopff
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In seinem Grabe tragen?
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Ja recht/ Gott geb euch gleichen lohn/
158
Weil ihr die Königliche Cron
159
Habt mit dem haubt geraubet.
160
Der Herr ist Gerecht im Gericht/
161
Wirds lassen ungestraffet nicht/
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Schrecklich wirds gehn/ das glaubet.
163
Ihr habt den Königlichen Rock/
164
(verflucht sey ewer Beil und Block!)
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Auß neid gemachet blütig.
166
Euch ewrem König wiedersetzt/
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Sein Edles blut gering geschetzt/
168
Ihr Henckers Buben wütig!
169
Wisst ihr nicht daß ihr schüldig seyd/
170
Zu gehorchen der Obrigkeit/
171
Welche die Schrifft nennt Götter?
172
Wer sie nicht ehrt/ der unehrt Gott/
173
Vnd helt seine Gebott für spott.
174
Seyt ihr denn nu nicht Spötter?
175
O Spötters hauß wie will dirs gehn?
176
Gib acht du wirst bald wunder sehn;
177
Ein großes feur vom Herren
178
Das in Teutschland lang hat gebrand/
179
Komt nun zu dir in Engeland/
180
Dich im grund zu verzehren.
181
Dann wird geschändt dein Parlament/
182
Vnd du Fiarfax wirst im Elend
183
Für schmertzen
184
Es kompt daher ein grosse meng/
185
Wird Engeland dir machen eng/
186
Das wirstu sehn und spühren/
187
Ja fühlen/ merck wol was ich sag/
188
Dein unglück kompt/ nah' sind die tag/
189
Was gilt es? ich will wetten/
190
Von den vier Winden kompt ein Rauch/
191
Blitz/ Donner/ Sturm und Hagel auch/
192
Niemand wird dich erretten.
193
Schrecklich wirds gehn/ wie wiltu stehn/
194
Wann du das Volck wirst kommen sehn/
195
Des Königs blut zu rächen?
196
Du Mörder/ Lügner/ Schelm und Dieb/
197
Es mag dir seyn leid oder lieb/
198
Ich muß die Warheit sprechen.
199
Schelm tituliert dich jedermann/
200
Denn du hast wie ein Schelm gethan/
201
Schelm sind auch dein Gesellen/
202
Dieb/ Mörder/ Lügner/ Satan gleich/
203
Er ist ew'r Herr/ wird lohnen euch/
204
Hir oder in der Hellen.
205
Ihr wollt England im freyen stand
206
Gern sehn und seyn wie in Holland
207
Die Hoch Edle Herrn Staten:
208
Aber nein/ das geht euch nicht an/
209
Keiner von ihnen sagen kan
210
Solch Mord und Teuffelsch thaten.
211
Ihr habt den König
212
Dem Reich den besten Schatz entführt/
213
Vbel wirds euch bekommen/
214
Ja eben wie dem Hund das graß/
215
Es ist euch gesagt/ mercket das.
216
Der Herr behüt die Frommen/
217
Halt über sie sein gnaden hand/
218
Ohn zweiffel sind noch in England
219
Auch viel/ die sich betrüben
220
Vber diesen schmählichen todt;
221
O Gott hilff allen auß der Noth/
222
Die ihren König lieben.
223
Kein Obrigkeit ist ohn von Gott/
224
Ein Christ helt willig ihr Gebott/
225
Wil gern
226
Lehnet sich nicht (wie Fairfax hauff)
227
Wieder König und Fürsten auff/
228
Begehrt nicht zu regieren.
229
O lieben Leut/ weils Gott gebeut/
230
Gehorsam seit der Obrigkeit/
231
Ja/ auch den wunderlichen/
232
Wenn sie schon wieder Eyd und Ehr/
233
Gehandelt hätte/ oder wer'
234
Vom rechten weg gewichen.
235
Stellt es Gott heim/ sein ist die Rach/
236
Suchet ihr Frieden/ jagt ihm nach/
237
Werdet nicht wiederspännig.
238
Greiffet dem Herrn nicht in das Schwerd/
239
Daß ihr nicht werdt dadurch verzehrt.
240
Bleibet stets unterthänig/
241
Der Herr ist nah'/ kompt zum Gericht/
242
Seyt guter Hoffnung/ zweiffelt nicht/
243
Befehlet ihm die sachen:
244
Er ist Gerecht/ trawt ihm nur schlecht/
245
So werdet ihr alß trewe Knecht
246
Nach trauren frölich lachen.
247
Hiemit
248
Der sehn will/ seh'
249
Wie Gott dem alten Drachen
250
Zubinden wird den Rachen/
251
Das böse from/
252
Gerad das krom/
253
Das unrecht richtig machen/
254
Vnd all die sein
255
Gehorsam sein/
256
Bewahren und bewachen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anna Ovena Hoyers
(15841655)

* 01.01.1584 in Koldenbüttel, † 27.11.1655 in Gut Sittwick bei Stockholm

weiblich, geb. Hoijers

norddeutsche Dichterin der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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