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Ihr Wittwen über funfftzig Jahr
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Haltet euch still/ seyt fein Ehrbar/
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Liebet das Einsam leben:
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Bleibet alß Gott euch hat gesetzt/
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In seiner Liebe euch ergetzt:
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Das hertz sollt ihr ihm geben/
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Vnd nicht mehr treten an den tantz/
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Mit Heintz/ Kuntz/ Hannß/ Fritz oder Frantz.
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Sie meynens nicht so trewlich
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Wie manches Weib sich bildet ein/
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Lieben nur ewer gelt allein;
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Ohn das seyt ihr abschewlich.
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Ich weiß es/ mercket was ich sag/
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Ihr seyt den Männern nur ein plag/
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Sie können euch nicht lieben.
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Ob sie sich freundtlich stellen schon/
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Ist doch das hertz sehr weit davon/
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Sie müssen sich betrüben.
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Mit seufftzen sie zu bette gehn/
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In trauren widerumb auffstehn;
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Sehn euch scheel an mit schmertzen.
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Das Alte blut macht kalt den muth/
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Nichts ist annehmlich was ihr thut/
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Kein schertzen geht zu hertzen.
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Trawt mir ich zeig die warheit an/
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Ein altes Weib bey einem Mann
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Kan nimmermehr gedeyen.
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Exempel hab ich viel gesehn/
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Wie wunderbar es pflegt zugehn/
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Wann alte Frawen freyen.
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Man hats erfahrn bey den Nachbarn/
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Wie sie geschleppt sind bey den Harn/
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Daß ich gedacht: O armes Weib/
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Du magst von ungluck sagen/
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Hast gethan einen bösen kauff/
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Da du dir diesen schlag darauff/
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Zum Ehmann hast genommen.
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Wahrlich es kan nicht wol gedey'n/
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Wann Alte Weiber wider frey'n;
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Nachrewen pflegt zukommen.
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Wie mancher Mann fällt in Ehbruch
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Darüber in Gotts zorn und fluch/
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Ins Richters hand darneben?
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Liebe Fraw Alte saget doch/
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Wo kompt diß her? man fraget noch:
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Habt ihr kein ursach geben?
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Ja freylich/ jhr seyt schüldig dran/
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Daß euch der Mann nicht lieben kan:
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Dann es ist nichts zufinden
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An ewerm leib und Angesicht
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Das jhn zur lieb bewegen mücht/
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Er seh' vorn oder hinden;
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Beym Alten Weib wird keiner frisch/
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Es sey im Bett od'r an dem Tisch/
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Bedencket diß jhr Alten.
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Im Ehstand' ihr euch gar nicht schickt/
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Kein Mann wird mehr durch euch erquickt/
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Wer kan's mit Alten halten?
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Sie sind der Männer Fegefeur/
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Ihr gelt kaufft mancher viel zu theur/
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Wer' gern davon frey wider:
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Spricht: O daß ich ein' Junge hett/
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Bey der ich möcht im Ehebett/
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Außstrecken meine glieder.
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Sehr thörlich hab' gehandelt ich/
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Da ich ließ also binden mich/
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Vmbs losen geldes willen.
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O phuy der schand/ wer löst den band?
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Ist dann niemand im gantzen land/
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Der mir mein leit kan stillen?
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Gott stürtz den Pfaffen in die Hell/
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Der mich bandt an das Alte fell/
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Er hat gehandelt trüglich:
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Daß ihm ankomb die schwere seuch.
112
Er sprach: Wachset und mehret euch/
113
Wust doch daß nicht war müglich.
114
Ach leider ach/ es ist geschehn/
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Geschehn ding' nicht zu endern stehn/
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Hin ist mein freud und lachen:
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Zuseufftzen wird mein hertz beweg't/
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So offt ich seh' daß sie sich reg't;
119
Ach/ ach/ wie soll ichs machen?
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Wer hilffet mir? wer steht mir bey?
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Wer mach't von ihr mich wieder frey?
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Wer kan mein leiden enden?
123
Niemand ohn Gott; Er helff auß noth/
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Ihn bitt' ich/ daß Er woll den todt
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Zu meiner Alten senden.
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Die Red' hört man/ und noch viel mehr/
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O liebe Alt' so gehts daher/
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Todt wunschet er euch täglich;
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Verfluchet beid die stund und zeit/
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In welcher er euch hat gefreyt/
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Nichts ist an euch behäglich:
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Vnd diß/ so noch das ärgste ist/
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Das ihm benimbt all lieb und lust/
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Er kan nicht Vater werden;
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Bekombt von euch kein Kinderlein/
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So lang ihr lebet/ muß er seyn
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Ein Dürrer Baum auff Erden.
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Ew'r Magnet hat sein krafft verlohrn/
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Kein Kindt wird mehr auß euch geborn/
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Das bringt dem hertzen schmertzen/
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Vnd thut ihm weh/ wann er muß sehn
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Ins Nachbarn hause Kinder gehn/
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Die mit dem Vater schertzen:
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Wann sie alß Pfläntzlein Jung und frisch/
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Sich mit der Mutter an den Tisch
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Zu seiner seiten setzen/
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Sieht sie des Alten Weibes Mann/
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Sehr traurig an/ und spricht alßdann:
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Was soll doch mich ergetzen?
150
Ich hab im Hauß kein zeitvertreib/
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Muß einsam seyn beym Alten Weib/
152
Das mich nicht kan erfrewen!
153
O daß ich so verheyrath bin/
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Wie geht mein Edle zeit dahin/
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Mein tag wirds mich gerewen!
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Also ihr Alten Weiber seht/
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Was auß ewer beyrath entsteht/
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Stellet doch ab diß klagen/
159
Bleibt ungefreyt in reinigkeit/
160
So macht ihr euch kein hertzenleit/
161
Den Männern auch kein plagen.
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Wollt ihr daß es euch wol soll gehn/
163
So lasst das freyen nur anstehn/
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Befehlt es Jungen Frawen;
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Denn dar ist noch ja hoffnung an;
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Ein Junge Fraw kan ihrem Mann
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Die Welt noch helffen bawen.
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Ein Altes Weib dient nirgends zu/
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Dann fein zu sitzen in der ruh'/
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Oder den Kindes-kindern
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Auffwarten und behülfflich seyn/
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Sie wiegen/ winden/ halten rein/
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Vnd wischen ihren hindern:
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Das thut weil Gott euch kräffte günnt/
175
Vnd was ihr sonst im hause könnt/
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Mit Nehen oder Spinnen.
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Trawt Gott und betet in der noth/
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So werdet ihr wol ewer broth
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Ohn einen Mann gewinnen.
180
Gott nimmt sich der Elenden an/
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Ist aller frommen Wittwen Mann/
182
Ein Vatter ihrer Kinder:
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Weiß was ein ieder nötig hat/
184
Gibt allen Notturfft und Vorrath/
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Sein schatz wird nimmer minder.
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Seht nur auff ihn/ sonst auff niemand/
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Nem't alles an von seiner hand/
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Seyt danckbar seiner gaben;
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Vnd willig so gern Arm alß Reich/
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Es sey euch gleich Gott speise euch
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Durch Engel oder Raben.
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Ist übrig/ theilt mit dem der bitt/
193
Nach aller frommen Christen sitt;
194
Habt ihr nicht viel/ gebt weinig.
195
Die Jungen Leute wollet lehrn/
196
Gott fürchten/ und die Alten ehrn/
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Lebt mit den Nachbarn einig.
198
In Demut/ zucht und frommigkeit/
199
Der Jungen Frawen Spiegel seyt/
200
Geht ihnen vor in Tugend;
201
Lehret sie ihre Männer ehrn/
202
Das Hauß regiern/ die wolfart mehrn/
203
Vnd wol erziehn die Jugend.
205
So steht im Hause alles schon/
206
Ist billig hoch zu preisen.
207
Darumb alß Wittwen auch gebührt/
208
Einen Christlichen wandel führt/
209
Mit Lehrn und Vnterweisen.
210
In der Armut gedültig seyt/
211
Frölich in widerwertigkeit/
212
Vnd lasset euch nicht grawen/
213
Hoffet das best/ und glaubet fest/
214
Daß Gott in noth nicht stecken lest
215
Die seiner zusag trawen.
216
So euch zufällt reichtumb und gelt/
217
Nach art der Welt euch dann nicht stellt/
218
Euch darin zuergetzen:
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Sondern wie rechte Christen thut/
220
Die auff vergänglich/ irdisch gut
221
Hertz/ sinn und muth nicht setzen.
222
In Gottes freud die zeit vertreibt/
223
Leset und betet/ singt und schreibt;
224
Gebt gut Exempel allen:
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Könnt ihr nicht lesen/ höret zu/
226
Vnd Meditiret in der ruh/
227
Daran hat Gott gefallen.
228
Sein lob wird dadurch außgebreitt
229
Vnd seines Namens herrlichkeit
230
Gebaw't an allen Orten;
231
Helffet dazu stets/ wo ihr künnt/
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Vnd thut fleiß daß ihr viel gewinnt/
233
Mit Wercken und mit Worten.
234
Im guten leben wandelt fort/
235
Richtt ewer thun nach Gottes Wort/
236
Geht fleißig mit in Tempel;
237
Betrachtet was da wird geredt/
238
Vnd haltet euch stets am Gebeth/
240
Die ihr zeit in keuscheit zubracht/
241
Diente dem Herren tag und nacht/
242
Setzt auff ihn ihr vertrawen:
243
Drumb ward das heil ihr offenbart/
244
Diß ist der rechten Wittwen arth/
245
Gott wird ihr wolfart bawen/
246
Sie werden ihn anschawen/
247
Auff einer grünen Awen/
248
Selig sind solche Frawen.