Schreiben von I.O.T.A. an die Herrn Titultrager von Hohen Schulen/

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Anna Ovena Hoyers: Schreiben von I.O.T.A. an die Herrn Titultrager von Hohen Schulen/ (1619)

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O Ihr verkehrte Pfaffenknecht/
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Fritz Hannsen und Fritz Dame/
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O Schlangen art/ Ottern geschlecht/
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Ja Satans eigner same/
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Wie dürfft ihr euch so keck und frey
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Der warheit wiedersetzen?
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Vnd mit ewer Schulfuchserey/
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So mannig Seel verletzen?
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Dem g'meinen Mann nehmt ihr das liecht/
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Setzt ihm auff ewer brillen/
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Bildt ihm ein er hab sein gesicht/
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Klar auß ewren Postillen.
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Weh' euch die ihr das recht verkehrt/
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Daß gute böse nennet/
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Daß ihr nicht seyt von Gott gelehrt/
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Man klar dabey erkennet.
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Vnd welches geistes kinder ihr/
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Ist scheinbar hie zusehen.
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Das best in ewrem buch ich spühr/
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Ist schelten/ lästern/ schmehen/
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Die Schrifft verkehren freventlich/
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Das Geistlich fleischlich deuten.
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Blindt seyt ihr warlich/ das sag' ich/
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Wollt dennoch ander leiten.
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Habt in euch nicht das ware liecht/
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Versteht nicht Geistlich sachen.
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Fleischlich ihr seyt/ fleischlich ihr richtt/
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Ewr thorheit muß man lachen.
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In den Schulen habt ihr
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Das kan niemand verneinen/
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Da kein heilger gefunden wird/
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Noch soll man von euch meynen/
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Daß ihr die heiligsten allein/
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Die Gott ja hat geschaffen;
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Betriegt die leut mit ewerm schein/
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O Ihr fleischliche Pfaffen.
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Wer hat zu lehren euch gesant?
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Wer hat euch
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Hats Gott gethan? ey seyts bekant/
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Wer hat euch doch
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Mich dünckt furwar ihr seyt vexiert/
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Es merckens schon die kinder/
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Daß ein Blinder den Blinden führt/
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Ein Sünder lehrt die Sünder.
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Sagt mir/ das fragen steht ja frey/
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Solt von den Hohen schulen/
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Da man lernet all' Büberey/
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Gassaten gehn und Bulen/
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Fressen/ sauffen/ dergleichen mehr/
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Das ihr nicht dürfft bekennen/
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Die ware Weißheit kommen her/
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Nach der ihr euch lasst nennen:
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Ehrwürdig/ hoch- und wolgelehrt?
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Ja wollohn allen zweiffel:
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Wer das glaubet der ist verkehrt/
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Es bildt euch ein der Teuffel;
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Der Pfaffen frißt/ Soldaten scheißt/
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Des geist hat euch gesalbet/
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Denn wie die Kuh'/ daß sprich wort heist/
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Leufft/ also sie auch kalbet.
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Der Probst gibt genug zu verstehn/
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Daß er fleißig gelesen;
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Man kans am lincken aug ihm sehn/
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Wie andächtig er g'wesen;
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Hat auch des nachts wol bey der leucht
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Nicht geschont seiner augen/
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Man sichts sie sind ihm itzt noch feucht/
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Solt Er dennoch nicht taugen?
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Ohn zweiffel ja/ wer sagt das nicht?
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Keiner kan es verneinen/
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Daß die Welt nach dem ansehn richtt/
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Die nur fein prächtig scheinen
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Im langen Priesterlichen kleid/
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Haben ein groß ansehen:
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Wann sie in ihrer Ehrbarkeit/
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Da auff dem Höltzlein stehen.
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Den schalck bedeckt ihr Pfaffen Rock/
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Fein artig sie
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Wann sie da stehn im holen block/
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Das Maul den leuten schmieren/
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Lästern ohn schew die Warheit frey/
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Keiner darff wiedersprechen:
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Er mag auch gleich seyn wer er sey/
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Sie wissens bald zurechen:
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Die Furnehmsten auff ihrer seit/
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Willig auff ihr begehren
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Sind/ zu vertreiben solche Leut/
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Die gutes thun und lehren:
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Auff daß man ihre thorheit nicht
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Zum bösen möge deuten;
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Oder ihr schalckheit komm' ans liecht/
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Vnd kunt werd' allen leuten.
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Aber ihr Herren thut gemach/
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Man muß es dennoch wagen/
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Zu straffen euch in dieser sach/
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Vnd frey die warheit sagen.
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Ja/ soltens auch die kinder thun/
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Das Weiber-volck imgleichen/
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So muß es doch gesagt seyn nun/
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Der Warheit müst ihr weichen;
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Gebt euch gutwillig nur darein/
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Sie wird doch Meister bleiben/
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Und bald durch ihren hellen schein
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Ew'r finsternuß vertreiben/
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Vnd euch zu schanden machen gar/
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Mit ewerm Kuckuck Meyer.
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Sein Kram hat auch kein gute wahr/
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Nur faul und stinckend Eyer;
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Die er im Eyderstetschen land
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Vermeynte zu verkauffen/
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Vnd do er nicht sein' Kauff-leut fand/
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Must ers wiedrumb verlauffen.
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Mit dem Kuckuck er fliegen kam/
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Ließ sich in Tönning nieder/
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Auch mit dem Kuckuck abscheidt nam/
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Floh hinweg mit ihm wieder.
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Solten diese recht' Priester seyn
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Vnd von Gott
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Die so verlauffen ihr gemein?
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Heist das nicht leut vexieret?
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Noch soll glauben ein jedermann/
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Sie seyn des Herrn Gesanten:
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Wer sie nicht will dafursehn an/
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Sondern nennt sie Vaganten/
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Die lauffen kommen ungesant/
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Denselben sie abschaffen;
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Damit friedlich in Stät und Land
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Bleiben die Herrn Gotts affen.
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Habt guten muth ein' kleine zeit/
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Er wird euch bald vergehen;
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Die ihr so sehr habt außgeschreit/
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Werden dennoch bestehen.
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Es helffet ewr vertreiben nicht
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Daß ihr sie abgesondert.
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Warheit kompt doch endlich ans liecht/
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Wird dadurch nicht gemindert.
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Gott steht allzeit auff ihrer seit/
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Lesst sie nicht untertrücken:
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Weiß sie/ wens euch wer noch so leit/
140
Mit g'walt herfur zuzücken.
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Er furdert der gerechten sach/
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Die ihr meynt zuvertreiben;
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Ewr thun muß durch sie an den tag/
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Kan nicht verborgen bleiben.
145
Heran ihr Pfaffen all heran/
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Lasst euch zur Schulen führen/
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Von Herrn Tetinge und Lohmann/
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Lernet weißheit
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Vnd gebt euch unter Gotts gewalt/
150
In ihrer Lehr beyzeiten;
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Sonst wird sich ewer ansehn bald
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Verlieren bey den Leuten.
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Diese beid werden euch gewiß
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Also
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Daß jedermann/ glaubet mir diß/
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Ewern betrug wird spühren.
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Einer zum andern sagen dann
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In den bald künfftign tagen/
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Seht/ lieber seht die Pfaffen an/
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Wie sie itzt sind geschlagen.
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Ihr eigen ruth hat sie verletzt/
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Die sie andern gebunden:
163
Ihr eigen Schwertt das sie gewetzt/
164
Hat sie gantz überwunden:
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In die grub sie gefallen sind
166
Die sie andern gegraben.
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Gott lob/ itzt sicht/ der nicht ist blindt/
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Wie sie gelehret haben.
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Dann wird Ew'r gantze Priesterschafft
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Fallen üb'r einen hauffen/
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Verliehren ihr ansehn und krafft/
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Den Pfaffen Rock verlauffen/
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So wollen frölich singen wir
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Vnd unserm Gott dancksagen/
175
Wenn überwunden ist das thier/
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Das fromme pflegt zuplagen.
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Der Herz sey hochgelobet:
178
Da liegt die Hur zu Babylon/
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Die so sehr hat getobet.
180
Der Herr bekehr noch in der zeit/
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Wo bessrung ist zu hoffen;
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Weil noch seine Barmhertzigkeit
183
Vnd gnadenthür steht offen.
184
Gott laß euch ewer blintheit sehn/
185
Eröffne ewer augen:
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Geb' euch ew'r thorheit zu verstehn/
187
So ihr begehrt zu taugen:
188
Wünsch und bitt diß von hertzen ich.
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Wo nicht/ so ist verhanden
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Der bald an euch wird rächen sich/
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Vnd machen euch zuschanden:
192
Wird sehen lassen seine macht/
193
Im zorn euch bald zerstören.
194
Diß ist gesagt/ es nehm' in acht/
195
Der Ohren hat zu hören.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anna Ovena Hoyers
(15841655)

* 01.01.1584 in Koldenbüttel, † 27.11.1655 in Gut Sittwick bei Stockholm

weiblich, geb. Hoijers

norddeutsche Dichterin der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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