Mein Gott, ich hab' aufs neu' an diesem Morgen

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Barthold Heinrich Brockes: Mein Gott, ich hab' aufs neu' an diesem Morgen Titel entspricht 1. Vers(1713)

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Mein Gott, ich hab' aufs neu' an diesem Morgen
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Der herrlichen Geschöpfe Pracht,
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Und in derselben Deine Macht,
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Da alles auf der Welt so schön, so wunderschön,
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Mit tausend Freuden angesehn.
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Ich bin fast halb entzückt, ich kann mich nicht entbrechen,
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Es muß und soll mein Mund von Deinen Wundern sprechen.

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Allmächtiger Schöpfer der Himmel, der Erden,
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Es müsse, zu Deinen unendlichen Ehren,
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Der Engel und Menschen Lob ewig sich mehren,
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Dein herrlicher Name verherrlichet werden!

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Doch halt, mein Hertz! mir fällt ein Zweifel ein,
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Sprich: Sollte wohl dein Ruhm dem Schöpfer aller Dinge
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Nicht zu geringe,
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Und das, so du zu Seiner Ehr' verrichtest,
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Das, welches du von Seinen Wundern dichtest,
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Dein Lob, dein Danck Ihm nicht verächtlich seyn?
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Wodurch bist du doch überführet,
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Daß das, was ich zum Ruhm des grossen Schöpfers lalle,
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Dem grossen Schöpfer auch gefalle?
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Als Den dein schwaches Lob vielleicht nicht rühret,
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Was wächst Ihm zu, dein Erheben?
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Wird eine Gottheit auch, wie wir, durch Ruhm versühnt?
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Was ist doch Gott mit meinem Ruhm gedient?
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Was kann ich armer Wurm doch Dem für Ehre geben,
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Der aller Ehre Quell, und Dem im ew'gen Licht,
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In seeligster Vollkommenheit
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Nichts fehlet, nichts gebricht?
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Kann auch ein Mensch, mit seinen eiteln Ehren
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Der Gottheit seeligstes Vergnügen wohl vermehren?
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Ach nein! sonst würde ja das Göttliche Vergnügen
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Zum Theil an dir, und deinem Willen, liegen.
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Flicht sich auch Leidenschaft bey einer Gottheit ein?
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Kann Gott auch Ehr- begierig seyn?
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Ach nein!
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Die unbeständige, die eitle Nichtigkeit
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Der wandelbaren Leidenschaften
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Kann an der Vollenkommenheit
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Der Gottheit, die unwadelbar, nicht haften:
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Denn wenn du auch die gantze Lebens-Zeit,
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Den grossen Gott gelobet und gepriesen:
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Ist Seiner grossen Herrlichkeit
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Nicht der geringste Dienst erwiesen.
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Denn Seine Majestät ist nicht dadurch verbessert,
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Und Seine Grösse nicht vergrössert.
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Darum giebt die Vernunft den strengen Unterricht:
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Gott achtet deines Ruhm und deiner Ehre nicht.

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Hierüber ganz bestürtzt, erfüllt mit banger Scham,
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Von Schwermuth gantz verwirrt, gedrückt durch Angst und Gram,
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Geblendet durch den Strahl von Gottes Majestät,
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Vernichtigt durch Sein
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Verzweifelt' ich aus Furcht, die dieß mein Nichts mir machte,
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Indem es mich auf die Gedancken brachte:
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Ich hätte mich gar sehr im Gottes-Dienst geirrt,
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Wenn ich des Schöpfers Werck bewundert und besungen;
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Wie viele, hätt' auch mich ein Vorurtheil verwirrt,
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Und zum phantastischen und sclav'schen Joch gezwungen.
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Es wäre Gottes Lob, so ich zum Zwerck gesetzt,
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Ein selbst-gemachter Dienst, und nichts von Gott geschätzt;
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Mein Dencken wär' unsonst, mein Loben gantz vergebens,
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Mein Rühmen Aberglaub' und Thorheit; folglich sey
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Das allerbeste Thun des allerbesten Lebens
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Der Menschen Dunst und nichts, die Andacht Schwärmerey,
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Die Frömmigkeit ein Tand, und alles gleiche viel.

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Aus diesem Schrecken-Meer, worin ich Hülflos triebe,
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Riß mich, da ich schon sanck, allein die Liebe
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Mit starcker Hand heraus: Und, wie der Sonnen Licht
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Durch Schatten, Wolcken, Dunst, durch Duft u. Nebel bricht;
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So brach, durch Furcht und Scham, Verzweiflung, Gram und Grauen,
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Der Liebe Lebens-Strahl. Allein
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Was Liebe für ein Strahl, und welcher Liebe Schein
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War dieses? Grosser Gott, nur Deiner Liebe Flammen,
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Die ewig unumschrenckt und unveränderlich,
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Aus welcher Himmel, Stern' und alle Welten stammen,
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Erleuchteten allein, erquickt- und stärckten mich.

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Das vollenkommenste, was menschliche Gedancken
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Von Gottes Majestät zu fassen tüchtig sind,
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Ist Güte sonder Maass', ist Lieb' ohn' alle Schrancken.
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Worin der Menschen Lieb' nichts, das ihr gleich ist find't.
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Der Unterscheid von unserm Neigungs-Triebe,
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Zu der vollkomm'nen Gottes-Liebe,
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Ist so unendlich groß, daß kein Verstand
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Ihn je erkennen wird, noch je erkannt.
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Und eben dieser Unterscheid
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Ist das, was mir von Gottes Gütigkeit,
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Und daß Er, unser Seits gantz unverdient, uns liebet,
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Unwiedersprechliche Versicherung uns giebet.

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Ein Mensch liebt wircklich nichts, als sich,
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Er mag es auch, so viel er will, verheelen.
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Sein oft verlarvt, stets eigennützigs Ich
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Ist bloß der Vorwurf, Herr und Abgott seiner Seelen.
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Ohn' Ausnahm' zielt die Neigung seiner Brust
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Auf eigen' Ehre, Geld und Lust;
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Gott aber, der unendlich besser,
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Unendlich herrlicher und grösser,
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Die allerherrlichste Vollkommenheit,
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Die ewig in sich selbst vergnügte Seeligkeit,
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Liebt als ein Gott, liebt Seine Creatur
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Ohn' Absicht, Eigennutz und ohn' Verlangen,
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Von ihr Belohnung zu empfangen,
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Um ihrenwillen selbst, alleine nur.

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Wie dann nun auch bey uns ein Vater seine Lust
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An seiner kleinen Kinder Lallen,
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Ob es gleich schwach und stammlend, findet;
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So lässt sich Gott, der unser Hertz ergründet,
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Dem aller Menschen Thun bewust,
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Auch unser stammlend Lob, aus Lieb' allein, gefallen.
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Er sieht in dem, was wir gethan,
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Mehr unser Hertz, als unsre Thaten, an.
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Wie sollt' auch Gott sich nicht daran vergnügen,
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Er, der nur Liebens- werth allein,
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Aus freyer Wahl von uns geliebt, geehrt zu seyn!

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Zudem, nach Menschen-Art davon zu lallen;
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So lässt es ja, als wenn die Ehre
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Noch nicht so gar unwürdig wäre,
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Selbst einer Gottheit zu gefallen.
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Man sieht an andern Leidenschaften
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Was irdisches, was grobes, haften.
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Nur an der wahren Ehre nicht,
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Als die ein Anmuth- reiches Licht
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Und heller Leitstern edler Seelen.
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Wann sich nun die vollkomm'nen Triebe,
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Von wahrer Ehr' und reiner Liebe,
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Nach unserem Begriff, der Gottheit sich vermählen;
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So wirst du auch verhoffentlich nicht fehlen,
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Wenn du dich ferner hin, in deinen Lehren,
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Bemühest, deinen Gott zu ehren.

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Es ist gewiß und gantz unleugbar wahr,
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Die Bibel selbst spricht offenbar:
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Darum soll mich hinfort kein Zweifel mehr verhindern,
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Und nichts soll mich hinfort von meinem Vorsatz bringen,
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In Gottes Wercken Gott mit Freuden zu besingen.

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O Abgrund aller Huld, beseeligende Güte,
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Wie wird mein Hertz gerührt, wie freut sich mein Gemüthe,
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Wenn, durch die Sinnen, ich dein Werck empfind' und sehe,
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Und durch den Geist zugleich, daß es Dein Werck, verstehe!

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Allmächtiger Schöpfer der Himmel, der Erden!
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Es müsse, zu Deinen unendlichen Ehren,
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Der Engel und Menschen Lob ewig sich mehren,
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Dein herrlicher Name verherrlichet werden!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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