Als jüngst mein Auge sich in die Sapphirne Tiefe

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Barthold Heinrich Brockes: Als jüngst mein Auge sich in die Sapphirne Tiefe Titel entspricht 1. Vers(1713)

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Als jüngst mein Auge sich in die Sapphirne Tiefe,
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Die weder Grund, noch Strand, noch Ziel, noch End' umschrenckt,
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Ins unerforschte Meer des holen Luft-Raums, senckt',
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Und mein verschlung'ner Blick bald hie- bald dahin liefe,
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Doch immer tiefer sanck; entsatze sich mein Geist,
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Es schwindelte mein Aug', es stockte meine Seele
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Ob der unendlichen, unmäßig-tiefen Höle,
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Die, wohl mit Recht, ein Bild der Ewigkeiten heisse,
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So nur aus Gott allein, ohn' End' und Anfang, stammen.
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Es schlug des Abgrunds Raum, wie eine dicke Fluth
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Des Boden-losen Meers auf sinckend Eisen thut,
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In einem Augenblick, auf meinen Geist zusammen.
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Die ungeheure Gruft voll unsichtbaren Lichts,
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Voll lichter Dunckelheit,, ohn' Anfang, ohne Schrancken,
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Verschlang so gar die Welt, begrub selbst die Gedancken;
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Mein gantzes Wesen ward ein Staub, ein Punct, ein Nichts,
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Und ich verlor mich selbst. Dieß schlug mich plötzlich nieder;
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Verzweiflung drohete der gantz verwirrten Brust:
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Allein, o heilsams Nichts! glückseliger Verlust!
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Allgegenwärt'ger Gott, in Dir fand ich mich wieder.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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