Lob GOttes Aus dem Buche der Natur in einer freien poetischen Uebersezung des hundert und vierten Psalms

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Johann Justus Ebeling: Lob GOttes Aus dem Buche der Natur in einer freien poetischen Uebersezung des hundert und vierten Psalms (1747)

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Auf Seele lobe GOtt! den HErrn der Herrligkeit;
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Denn Du o! grosser
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Du glänzest in den Schmuck der
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Die sich in aller Welt, zu deinem Ruhm ausbreiten.

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Ein undurchdringlich Licht, ist als wie ein Ge- wand
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Vor Dich Unendlicher! als eine Dek gespannt;
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Du dehnst den Himmel aus, und seine blaue Bo-
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Die wie ein Teppich sind mit bunten Schein bezogen.

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Der Wolken Wasserschlauch stellt in dem Lufft- revier
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Ein fliessend Wunder-Meer mit seinen Dünsten
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Du brauchst der Wolken-Dunst, zu Deiner Gott-
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Und wirst gleichsam von Wind als Fittgen fort-

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Du machst das Geister-Heer, daß dir zu Dien- ste steht,
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Daß sie dem Winde gleich, der schnel von dannen
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Du machst die Engelschaar, die Dir stets freudig
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Zu einem starken Chor entflammter Seraphinen.

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Du bist ein grosser HErr, der diese Unterwelt,
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Den schweren Ball der Erd, auf festen Grund ge-
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Ob er gleich schwebend liegt; so kan er doch nicht
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Bis ihn zum Untergang Dein Allmachts-Wort

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Der Erdball ist von Dir mit Tieffen über- dekt,
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Er schwimmt gleichsam im Meer, darin er ausge-
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Der Fluthen Ungestüm, die Wirbel-vollen Wogen,
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Die rauschen in die Höh, wenn sie Berg an geflogen.

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Jedoch! so bald Du dräust; so sinkt die rege Fluth, Die Lob GOttes
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Die schwellend sich gethürmt, auf steilen Bergen
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Dein Donner schlägt darein, das ist Dein strenger
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So fällt es in den Grund, und steht im Uffer stille.

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Der Berge steile Höh strekt sich sehr hoch hervor
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Der Gipfel schroffe Spitz steigt in die Lufft empor:
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Du machst sie unten breit die schwere Last zu tragen,
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Und auch zu wiederstehn, wenn dran die Ströme

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Du hast der Uffer Rand dem Meer zum Damm gesetzt,
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Damit die Erde nicht durch ihre Fluth verletzt;
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Da sonst das nasse Reich der aufgeschäumten Wel-
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Den troknen Erden-Ball würd immer überschwellen.

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Du läst durch Dein Befehl in Thälern Brun- nen quelln,
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Woraus in Gründen denn die sanften Bächen
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Die wie ein Silber rolln, durch grüne Auen fliessen,
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Und im geschlungnen Flus sich in die Seen giessen.

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Damit tränkst Du das Thier das auf den Feld sich nährt,
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Das sonst bei satter Kost der heisse Durst be-
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Damit erquikkest Du, das Wild, die Hirsch und
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Die lechzend ausgedorrt, nach frischen Quellen gehen.

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Der Vögel zwitschernd Heer, das auf den Zwei- gen sitzt,
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Und sich mit Laub bedeckt, indem die Sonne blizt,
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Das singt mit Munterkeit, an denen kalten Bächen,
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Die in ihr süß Geschrei, mit stillen Murmeln spre-

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Du lässest in der Nacht der Berge Gipfel thaun,
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Und tränkst mit Perlen-Safft die Felder, Gärten,
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Die Deiner Allmacht Krafft mit Früchten ange-
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Womit der Mensch, das Vieh des Hungers Plage

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Das Gras das keimt hervor mit seiner grünen Zier,
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Das legest Du dem Vieh zu seiner Nahrung für;
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Durch Deine Seegenskrafft muß jede Art der
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Das Du zum Brodt bestimmt zur Menschen Nutz

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O! überschwengliche, allmächtge Gütigkeit!
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Die uns mit Rebensafft, mit Wein das Herz er-
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Die Oel zum Labsal giebt, und Brodt zur Leibes-
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O! GOtt! wie gros sind doch! der Güte Wunder-

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Du füllst die Bäume an mit einem frischen Saft,
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Du giebest ihnen stets zu ihrem Wachsthum Krafft;
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Man sieht durch Deine Macht der Cedern schlanke
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Am hohen Libanon bis an die Wolken gehen.

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Die Vögel nisten da in stiller Sicherheit,
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Wenn sie im Cederzweig ihr Wohnhaus ausge-
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Die Reiger wohnen da, auf hohen Tannen Gip-
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Und suchen ihren Schutz auf den belaubten Wipfeln.

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Die Gemsen nähren sich auf ihrer Berge Spitz
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Die Steinklufft ist bequem zu einem Wohnungs-
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Für die Caninichen, die in den hohlen Gründen,
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In der gespaltnen Klufft die sichre Zuflucht finden.

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Durch dich scheint uns der Mond, darnach das Jahr bestimmt;
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Der Sonnen feurig Meer das an der Veste schwimmt,
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Muß sich in seinem Lauf stets wunderbarlich drehen,
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Und unserm Horizont des Abends untergehen.

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Alsdenn verdekkest du uns mit den Flor der Nacht,
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Der uns zur Ruhe weist, das Wild erst munter
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Das aus den Löchern geht, und durch die Wälder
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Wenn es recht kühle ist, die Nacht die Hitze tren-

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Der Löwe der mit Recht der Thiere König heist,
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Der was sein Klaue faßt in feurgen Grimm zer-
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Kreucht aus der Höhl hervor, da er nach Raube
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Bis ihn der Schöpfer hat den giergen Hals ge-

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So bald am Firmament der Sonnen güldnes Licht,
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Jm frühen Morgenroth, in hellen Tag ausbricht;
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So fliehn die Löwen fort; und kriechen in die Höh-
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Die sie zum Auffenthalt des lichten Tages wäh-

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Das Sonnenlicht erwekt die Menschen aus der Ruh
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Dann gehen sie vergnügt auf ihre Arbeit zu:
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Da muß von Morgen an, bis in die Nacht stets
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Der Landman der sich will an fetter Frucht ver-

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O! HErr! wie gros und viel, hat Deine weise Macht
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Jm Umkreis dieser Erd, zum Nutz herfür gebracht,
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Die Deiner Güter voll, die weislich allzusammen,
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In ihrer Ordnung sind, wie sie von Dir herstam-

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Das weite Wasserreich der Meere tieffer Schlund,
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Macht uns ein schuppigt Heer von vielen Fischen
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Die wimmeln in der See, die gehn in kleinen Flüs-
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Sind gros und kleiner Art, die wir zum Theil ge-

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Da auf dem breiten Meer, auf ihrer glatten Bahn,
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Sieht man den schnellen Lauf der vielen Schiffe
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Da sieht man wie in Scherz die Wallfisch in den
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Zu Deiner Allmacht Preis, bald auf bald nieder

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Und alles was da lebt sieht HErr! auf deine Hand, Weil aus dem Buche der Natur.
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Weil deine milde Güt der Kreatur bekandt;
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Ein jedes will von dir des Lebens Nahrung haben,
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Und sich zur rechten Zeit mit seiner Speise laben.

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Wenn du die Hand aufthust, die vielen Vorrath hat,
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So werden sie gespeißt von deiner Güte satt;
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So haben sie genug bei freudigen Genusse,
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Und leben ganz getrost in steten Ueberflusse.

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Verbirgst Du deiner Güt liebäugelnd Ange- sicht,
114
So ist das Schrekken da, das jedes Herz zer-
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Zeuchst du den Odem weg, so muß was lebt, erster-
116
Verfaulen in den Staub, und wie im Schut ver-

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Und wenn Dein Odem haucht; so schaffet Dei- ne Macht,
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Die alles was da ist, aus nichts herfürgebracht;
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Du machst daß die Gestalt der Erde sich verjün-
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Die gleich auf Dein Geheis verneurte Früchte brin-

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Des Höchsten Ehre ist unendlich, keine Zeit
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Schliest sie in Zirkeln ein, sie bleibt in Ewigkeit
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Der HErr vergnüget sich, wie wir mit Lust be-
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An jeder Kreatur, an seiner Hände Werkken.

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Schaut er die Erde an, so bebt sie überall
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Sie zittert vor dem Blik, doch ohne Sturz und Fall:
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Und wenn sein strenger Bliz die steilen Berge rühret;
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So wird daran ein Rauch voll Majestät gespüret.

129
So lang ich hier noch bin, erheb ich Lebenslang,
130
Den HErrn der Herrligkeit mit meiner Liederklang
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Ich will den höchsten
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Von nun an immerfort, mit Harf und Cymbeln loben.

133
O! säh ich das mein Lied, mein mattes Sai- tenspiel
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Den König aller Welt mit seinem Klang gefiel:
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Ich freue mich des HErrn; es müsse ihn mein Lallen,
136
Das aus den Herzen stammt, zu seinem Ruhm ge-

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Der Sünder grosse Zahl vergehe mehr und mehr,
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Und der gottlosen Hauff, die Schänder seiner Ehr.
139
Lob meine Seel den HErrn, und laß bei deinem Sin-
140
Zu seiner Gottheit Ruhm stets Halleluja klingen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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