Ich habe früh dich schon besungen

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August Wilhelm Schlegel: Ich habe früh dich schon besungen Titel entspricht 1. Vers(1838)

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Ich habe früh dich schon besungen,
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Ich bot dir fromme Huldigungen,
3
O heldenmüth'ge Jeanne d'Arc,
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Im Wunderglauben kühn und stark!

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Doch, wenn der Helm dein Haupt soll schützen,
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Was kann das seid'ne Schnürchen nützen,
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Womit ihn zierlich deine Hand
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Dir unter'm Kinn zusammenband?

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Dem Strohhut und dem Schäferleben
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Hast du den Abschied ja gegeben.
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Am Strohhut stand die Schleife gut:
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Sie schloß ihn vor der Sonne Glut.

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Nun muß ich, Heldin, für dich zittern;
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Du eilst zu Kampfes Ungewittern:
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Da thut ein ehern Sturmband Noth,
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Dem Lanz' und Schwert vergeblich droht.

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Von allem deinem Stahlgeschmeide
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Der Panzer ist's, den ich beneide,
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Der deine Brust gefangen hält,
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Wenn Lieb' und Muth sie strebend schwellt.

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Der Vorhang fällt: es ist vollendet. –
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Doch daß der Sieg in Tod sich wendet,
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War es auch nur ein Gaukelspiel,
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Ist für mein banges Herz zu viel.

25
In Ohnmacht scheint ihr Blick verschwommen;
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Sie athmet matt nur, tief beklommen.
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Besorgte Schwestern, eilt hinzu!
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Erweckt sie aus der starren Ruh!

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Nichts mehr von wilden Schlachtgetösen!
30
Laß dir den strengen Panzer lösen.
31
O hielt' ihn nur ein seidnes Band,
32
Wie gern zerriß' es meine Hand!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August Wilhelm Schlegel
(17671845)

* 08.09.1767 in Hannover, † 12.05.1845 in Bonn

männlich, geb. Schlegel

deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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