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O Menschenherz! Des Gottesglaubens fähig!
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Die mehr als groß bist Du! Doch sollst Du nie
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In Deiner Größe Dich erkennen. Blicke,
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Nur schnelle Blick' auf Dich sind Dir vergönnet!
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Dir ward die Wunderkraft, ein Höchstes, Beßtes
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Persönlich Dir, Dir als ein Du zu denken,
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Mit diesem Du Dich kindlich zu vereinen,
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Dem hohen Du zu sagen: »Schöpfer, Vater,
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Du bist und bist in mir! Bist, wo ein Seyn ist!
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Du Leben, lebst in jedem Leben! Liebe,
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Du liebst in jeder Ich-entstorbnen Liebe!
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Du sprichst mit mir von jedes Weisen Lippen!
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Du stralst mich an im reinen Sonnenstrale!
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Du leuchtest mir im mildern Mondesglanze!
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Die Sterne sind von Deiner Herrlichkeit
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Entsunkne Funken nur! Die Erd' ein Stäubchen!
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Ein Tropfen ist vor Dir der Ozean!
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Und Ein Gedanke nur ein Weltsystem!
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Du bist ein Licht, ohn' alle Finsternisse!
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Des Lebens Quell und alles Daseyns Wurzel!
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Der Kräfte Kraft! Der Mittelpunkt der Sphären!
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Ein ewig Eins, das Allen Alles ist,
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Dasselbe jedem ist und jedem anders«.
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Religion! Du Ahnung unsichtbarer
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Erhabner Geistigkeiten! Vollgefühl
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Von immer mehr gereifter Gotteskraft
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In uns und außer uns! Du Sinn für's Eine
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In Allem dem, was ist und war und seyn wird!
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Du immer reger Trieb nach Ewigem!
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Du stiller Durst, der stets und nie sich sättigt
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Nach Unermeßlichkeit, die Eins nur ist!
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Nach Unermeßlichkeit, die menschlich ist!
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Wer sandte Dich, o göttlichster der Triebe
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In uns're Brust, gebaut aus Erd und Wasser?
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Wer gab dem Herzen Dich, das in uns schlaget?
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Bedürfniß, Dich, nach unbegränztem Eins,
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Das nicht zu fassen ist und doch umfaßt wird?
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Religion! Du höchste Zauberkraft!
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Du Schöpferinn des ungeschaffnen Wesens!
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Gebährerinn unsterblicher Naturen,
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Die nichts für's Auge sind, und dennoch wahrer
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Als Sonnenlicht dem Aug' am Mittag ist!
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Kein Daseyn gleicht dem Daseyn, das des Glaubens
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Magie erschafft – nicht Du, o Täuscherinn,
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O Bilderschöpferinn, der Träume Mutter –,
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Der ächte Glaube schafft für inn're Sinnen.
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Ja, Menschenherz! Du übertriffst Dich selber,
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Verstummest ehrfurchtsvoll und voll von Dehmuth
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Vor Deiner Größe, Deiner Einzigkeit,
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Im seligsten Moment des Kinderglaubens
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An Einen, Einen nur. Ihm schlägt mit Beben
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Mein unrein Herz mit Wonne doch entgegen!
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Sein Namen ist wie Siegesruf den Herzen!
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O Du, Du Einer! Zürne nicht, daß Deinen
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Von allen Himmeln millionenmal,
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Doch würdig nie genannten Namen bebend,
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Vertrauend doch der Sünder Sündigster
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Zu nennen wagt! O Du, Du Einzigster,
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Den nicht gezeugt ein Sohn der Sündererde,
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Den doch gebahr der Sarah frömmste Tochter,
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Der reiner ist als jede Sonnenreinheit,
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Als jede Lichtnatur, die Gottes Himmel
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Erzeugt und zeugen kann, und der doch menschlich
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Und im Gewand der Todeserben minder
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Geworden als der Boten Gottes Letzter,
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Ihr König doch und ihrer Fürsten Fürst
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Im Thale der Verwesung duldend wallte,
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Zu Dir, zu Dir kann sich ein Menschenherz
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Erheben, Dich sich gegenwärtig machen!
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Nicht gegenwärtig nur, gewisser als
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Gewiß und Deiner froh und froher Dein
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Als aller Erdenfreuden, aller Wonnen
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Der Menschenfreundlichkeit und des Vertrauens,
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Der Weisheit Freuden all' und aller Freuden
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Der Vaterzärtlichkeit und Mutterliebe!
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Religion! Den ewig hohen Werth
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Von Dir, Vertrauteste der Auserwählten,
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Besiegelte der Herr der Herrlichkeit,
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Der sich für Dich in Todesnächte stürzte,
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Dich aus dem Grab unsterblich, neu und göttlich
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Zurück gebracht und Menschenherzen schenkte!