Die innre Glut macht zeitig alt

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Moritz von Strachwitz: Die innre Glut macht zeitig alt Titel entspricht 1. Vers(1834)

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Die innre Glut macht zeitig alt,
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Meine Stirne wird schon faltig;
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Du aber göttliche Gestalt
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Bist ewig lichtgestaltig.
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Daß ich Dir nie gefallen mag,
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Mein Herz beginnt's zu ahnen,
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Was soll der süße Rosenhag
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Auf rauchenden Vulkanen?

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Es macht Dich scheu die düstre Kraft,
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Die meinem Aug' entfunkelt,
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Wenn mir das Deine märchenhaft
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Aus schattigen Wimpern dunkelt.
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Es macht Dich scheu der wilde Strom,
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Den meine Lippe flutet,
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Wenn jedes innerste Atom
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Verborgen zuckt und blutet.

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Recht hast Du! ich verdiene nicht
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Dein keusches Bild zu hegen;
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In meinem Feuer ist kein Licht,
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In meiner Kraft kein Segen.
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Ein wilder Wandrer ist mein Herz,
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Den niemand liebt und achtet,
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Bis er allein mit seinem Schmerz
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In Finsternis verschmachtet.

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Und dennoch! hättest Du gewollt!
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O reizendes Erinnern.
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Mir wäre dann so wild gerollt
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Der Strom in meinem Innern,
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Sein Ufer wäre ein Smaragd
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Und seine Flut kristallen,
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Er ließe Lieder stolz beflaggt
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Nach ewigen Meeren wallen.

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Dahin, dahin! es ist vorbei!
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Ich soll nicht mehr genesen
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Und jede edle Schwärmerei
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Ist knabenhaft gewesen.
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Doch wenn dies Herz in Asche stiebt
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Mit seinem letzten Liede,
39
So denk': »Er hat mich sehr geliebt.
40
Gott schenk' ihm endlich Friede!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Moritz von Strachwitz
(18221847)

* 13.03.1822 in Stoszowice, † 11.12.1847 in Wien

männlich, geb. Strachwitz

deutscher Balladendichter

(Aus: Wikidata.org)

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