Im Hafen

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Moritz von Strachwitz: Im Hafen (1834)

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Dir, edle Herrin, will ich bringen
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Des treuen Dichters Scheidegruß,
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Ich weiß nicht, was ich werde singen,
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Wohl aber, daß ich singen

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Des Ankers Kralle weicht vom Grunde
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Und vom Valetschuß kracht die See;
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Es ist die allerletzte Stunde,
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Doch nicht das allerletzte Weh.

9
Der Wimpel weht mit frohen Grüßen
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Verständlich von des Mastes Knauf;
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Noch einmal sink' ich Dir zu Füßen,
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Noch einmal seh' ich zu Dir auf.

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Ich hab' es lang' genug ertragen,
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Die Stunde fliegt mit Schwalbenflug,
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Ich muß Dir alles, alles sagen,
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Was ich für Dich im Herzen trug.

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Ich weiß nicht, ob Du mich verstanden,
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Ich weiß nicht, ob Du mich erhört,
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Ob meiner Lieder wildes Branden
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Dich hat gerührt, Dich hat empört.

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Ich weiß es nicht, in welche Fernen
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Mich bald von Dir die Woge rollt;
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Das aber möcht' ich wissen lernen,
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Ob Du mir jemals wohl gewollt,

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Ob Dich ein einzig Wort erschüttert,
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Ob Dich ein einz'ger Blick durchdrang,
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Ob Dich von mir ein Traum umzittert,
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Ob Dir ein Lied zum Herzen klang.

29
Das
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Ob Dir mein Werben nicht verhaßt;
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Laß mich die grüne Flagge hissen,
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Die Hoffnungsflagge, auf den Mast!

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Und wie der Kämpfer speerdurchstochen
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Sich in die Fahne hüllt hinein,
35
So soll, wenn einst dies Herz gebrochen,
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Mein Bahrtuch diese Flagge sein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Moritz von Strachwitz
(18221847)

* 13.03.1822 in Stoszowice, † 11.12.1847 in Wien

männlich, geb. Strachwitz

deutscher Balladendichter

(Aus: Wikidata.org)

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