[wohl stand ich oft im nächtlich stummen Grauen]

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Moritz von Strachwitz: [wohl stand ich oft im nächtlich stummen Grauen] (1834)

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Wohl stand ich oft im nächtlich stummen Grauen
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Dem Glanze Deines Fensters gegenüber,
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Dich lang' und ungesehen anzuschauen.

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Es bog die Kerze ihren Strahl herüber,
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Um Dir, wie ich, ins dunkle Aug' zu funkeln;
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Doch plötzlich schien sie lässiger und trüber.

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Es mochte wohl der argen Kerze munkeln,
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Daß ich zum Nebenbuhler ihr geworden.
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Drum fing sie neidisch an sich zu verdunkeln.

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Du aber saßest an des Fensters Borden
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Und schautest nicht auf mich, nein, auf die Flammen,
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Die leise bebten in des Winds Akkorden.

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Da warfst Du endlich all mein Glück zusammen
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Mit einem Hauche Deines stolzen Mundes,
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Daß Aug' und Kerze rasch in Nacht verschwammen.

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Ich preßte wild mein Herz, mein liebewundes,
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Im bittern Grolle auf das Glück der Kerze,
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Die längst mit Dir sich freut des Liebesbundes.

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Sie leuchtet stets in Deines Auges Schwärze
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Und buhlt mit Deiner Stirn und Deinen Wangen,
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Indes ich fern von Dir vergeh' im Schmerze.

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Allein von Deinem Mund den Tod empfangen
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Und zu verwehn in Deines Atems Wogen,
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Wie es der Kerze jene Nacht ergangen:

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Hätt' ich vom Schicksal solch ein Los gezogen,
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Ich wollte, ach! nur leben eine Stunde
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Und sterben dann, im süßen Hauch verflogen,

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Der Kerze gleich in jener Abendstunde.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Moritz von Strachwitz
(18221847)

* 13.03.1822 in Stoszowice, † 11.12.1847 in Wien

männlich, geb. Strachwitz

deutscher Balladendichter

(Aus: Wikidata.org)

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