Der zehnte November 1848

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Robert Eduard Prutz: Der zehnte November 1848 (1844)

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Ja wahrlich sie war schön, die Nacht der Barrikaden
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in jenem Monat März, da, auch von Gottes Gnaden,
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die Freiheit auf den Thron sich schwang!
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Da hell im Mondenschein, voran den dunklen Massen,
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die Trikolore flog! Da durch die stillen Gassen
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der Donner der Kartätschen klang!

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Doch schöner jene Nacht, da, Arm in Arm geschlossen,
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aufrechten Haupts, umragt von starrenden Geschossen
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die Volksvertreter wandelten!
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Da selbst ein Wrangel sich vor Groll den Bart zerwühlte,
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da in der engen Brust der Füselier es fühlte,
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daß sie wie Männer handelten!

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In jener Nacht zuerst, da ist, o Fürst geschehen,
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was deine Söldlinge im Traum der Angst gesehen
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bei Tag, bei Nacht, seit langer Zeit:
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Da wankte, da zuerst der Grund von deinem Throne,
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da zitterte, o Fürst, auf deinem Haupt die Krone,
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die Krone der Gerechtigkeit! –

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Ihr habt von Haus zu Haus sie flüchtig jagen können,
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dürft ihnen selbst daheim die karge Ruh' mißgönnen –
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Ihr dürft es –: denn ihr habt die Macht!
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Doch aber, o bedenkt, daß über jedes Haupte,
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das nie verlöschende, von euch zwar nicht geglaubte,
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der Freiheit heil'ges Auge wacht! –

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's ist nicht das erste Mal, wird nicht das letzte bleiben,
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noch öfter wird, wie heut, Gewalt das Recht vertreiben,
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und doch berauscht euch nicht im Glück:
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Es ging die Freiheit wohl schon öfters mit Verbannten,
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in fremdem Sand verweht der Staub der kaum Gekannten,
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sie selber aber kehrt zurück!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Robert Eduard Prutz
(18161872)

* 30.05.1816 in Stettin, † 21.06.1872 in Stettin

männlich

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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