1.

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Robert Eduard Prutz: 1. (1844)

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Nun weh und dreimal weh, ihr Zecher,
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hinauf, hinab den grünen Rhein,
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nun werft in Scherben alle Becher
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und mischet Wasser in den Wein!
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Der liebste Fürst in unsern Tagen,
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der liebste mir, ich sag' es frei,
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Held Karneval, der liegt erschlagen,
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erschlagen von der Polizei!

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Wer in dem Glanz der goldnen Locken,
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wer sah so stolz, so froh darein?
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Wen läuteten die Rheinweinglocken
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so feierlich, so fröhlich ein?
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So recht nach Gottes Ebenbilde,
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ein König und ein Kind zugleich,
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wer war, wie er, so sanft und milde,
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wo war ein Joch, wie seins so weich?

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Nicht Orden hatt' er oder Wappen,
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er hatte Söldner nicht noch Heer:
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Die Narrengunst, die Schellenkappen,
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das war sein ganzes Militär.
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Und wer die meisten Becher leerte,
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der allerlustigste Patron,
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das war der dreimal Hochgeehrte,
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der Nächste war das seinem Thron.

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Nun in der Blüte seiner Jahre
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hat ihn die Polizei umstrickt,
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nun einsam liegt er auf der Bahre,
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von einem Bodelschwingh erdrückt!
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Wir aber wolln die Gläser heben
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und rufen dennoch frank und frei:
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Der tote Karneval soll leben
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und pereat die Polizei!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Robert Eduard Prutz
(18161872)

* 30.05.1816 in Stettin, † 21.06.1872 in Stettin

männlich

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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