Nein, sie taugt nicht, unsere Jugend!

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Robert Eduard Prutz: Nein, sie taugt nicht, unsere Jugend! Titel entspricht 1. Vers(1844)

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Nein, sie taugt nicht, unsere Jugend!
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Nein, ihr fehlt die beste Tugend,
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ihr gebricht die Billigkeit.
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Herzlich lieben, herzlich hassen,
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ja, in Bücher mag es passen;
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doch als Mensch muß man sich fassen,
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und die Wahrheit kommt nicht weit:
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Seid doch billig!
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Seid doch willig!
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Jedes Ding hat seine Zeit.

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Allzu scharf, wißt ihr, macht schartig.
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Tadeln dürft ihr aber artig!
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Räsonieren, aber sacht!
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Flüstern müßt ihr, niemals sprechen,
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immer biegen, niemals brechen;
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jeder Mensch hat seine Schwächen,
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jeder Tag hat seine Nacht:
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Seid doch billig!
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Seid doch willig!
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Nehmt die Billigkeit in acht!

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Schwarz und Weiß, das sind Extreme:
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Grau, das ist das Angenehme,
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das so Schwarz wie Weiß enthält.
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Jede Sache hat zwei Seiten,
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über jede läßt sich streiten;
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anders denken andre Zeiten,
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und das Neueste gefällt:
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Seid doch billig!
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Seid doch willig!
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Billigkeit regiert die Welt.

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Seht, ihr selber werdet älter,
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eure Herzen werden kälter,
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und das Lebensöl verbrennt.
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Eure Worte werden feiner,
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eure Wünsche werden kleiner;
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werdet noch wie unsereiner –
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Ordensband und Ratspatent!
38
Drum hübsch billig!
39
Drum hübsch willig!
40
Oder sonst – potz Sapperment ...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Robert Eduard Prutz
(18161872)

* 30.05.1816 in Stettin, † 21.06.1872 in Stettin

männlich

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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