Abschied der Neuberschen Gesellschaft aus Hamburg

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Friederike Caroline Neuber: Abschied der Neuberschen Gesellschaft aus Hamburg (1740)

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HeRR FABRICIUS.

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Was sollen wir denn hier? Das Stück ist ja vorbei?

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HeRR MEYER.

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Ich weiß wahrhaftig nicht, was dieser Anhang sei,
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Der unvermuthet kommt.

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MaDAME NEUBER.

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Geduld, gebt euch zufrieden!

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HeRR SUPPIG.

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Damit ists nicht genug.

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Hr. MEYER.
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Wir sind hieher beschieden,

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und wissen nicht warum.

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Hr. SUPPIG.

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Was ists? Was wird denn draus?

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Md. NEUBER.

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Ich führ euch allesammt mit Ehren aus dem Haus.
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Nicht durch Betrug und List: nein, recht wie sichs gebühret.
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Ich hab euch zwar hieher in diese Noth geführet;
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alleine recht mit Zwang. Ich hab mich recht gewehrt.
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Ich wußte, daß dies Haus den Segen selbst verzehrt;
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und dennoch trat ich ein. Die Schwachheit einer Frauen,
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vermag doch wohl einmal auch einen Mann zu trauen?
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Genug: ich rett uns nun aus Elend und Gefahr,
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die uns durch Eigennutz und List gedrohet war.

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Hr. SUPPIG.

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Der Spaß kost nur viel Geld.

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Hr. FABRICIUS.

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Mein Freund was ist zu machen?

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Md. NEUBER.

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Geduld! Die Redlichkeit kann doch am Ende lachen,
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wenn List und Eigennutz sich selber nagt und frißt;
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die Unschuld hintergeht.

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Hr. FABRICIUS.
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Wenn das Dein Trost noch ist

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so mag es immer sein.

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Hr. SUPPIG.

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Das kann mich auch ergötzen.

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Hr. MEYER.

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Der Himmel kann es auch ja wieder reich ersetzen.

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Md. NEUBER.

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Ach ja, das wird er thun. Er fängt jetzund schon an.

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Hr. FABRICIUS.

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So mag das immer sein, was man uns angethan.
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Vergeben, redlich sein, sind lauter große Dinge.

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Md. NEUBER.

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Wenn ich euch allerseits nun jetzt die Nachricht bringe:
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Daß selbst der Geiz, die List, und was man Böses nennt,
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uns nicht mehr schaden kann; daß uns Gott Gutes gönnt;
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daß er uns glücklich macht, und ruhig will erhalten:
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dafür muß unser Dank zu keiner Zeit erkalten.
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Ihr Freunde! werfet nun den Kummer und Verdruß
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in diesen alten Staub, werft ihn vor eurem Fuß:
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und denkt an nichts als Dank und billiges verehren,
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hört auf mit Klag und Angst, mit Ärgern und Beschweren,
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und laßt mir nun den Ruhm, daß keine wahre Pflicht
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von mir vergessen wird. Verstört mich jetzund nicht,
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ich muß die Schuldigkeit fürs Gute nicht vergessen,
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Das Böse mit Vernunft und mit Geduld ermessen.
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Darinnen kommt der Ruhm, auch wiederum zurück
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an euch, und euren Ruhm, an eure Ruh und Glück.

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Hr. FABRICIUS.

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Sprich nur, soviel Du kannst, wir wollen Dich nicht stören.

63
Hr. SUPPIG.

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Ach ja, das will ich gern und auch geduldig hören.

65
Hr. MEYER.

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Wir andern stimmen bei und wollen stille sein.

67
Md. NEUBER.

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Durch dies wird Glück und Ruh für euch auch allgemein.
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Ihr Freunde schickt den Wunsch zugleich aus euren Herzen,
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Und laßt uns alle Noth bei Glück und Ruh verschmerzen.
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Heut sag ich auch im Glück an Dich ein wahres Wort,
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Gesegnet, benedeit, wahrhaftig schöner Ort,
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mein Hamburg! Laß mich doch zwei Stück in Dir betrachten
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und jedes nach den Werth und seine Größe achten.
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Ihr Freunde habt Geduld! Heut gehts die Feinde an,
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weil sie der Rang betrifft, und sie sehr viel gethan
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zu meinem Untergang. Ich will mich nicht beschweren
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und sie aus Dankbarkeit vielmehr noch dafür ehren.
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Hier hält mich wenig Gunst und kein Verdienst zurück,
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drum gönnet wenigstens Euch und mir dieses Glück,
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daß Ihr uns nicht mehr seht. Vielleicht daß Zeiten kommen,
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in welchen Ihr und wir in allen zugenommen,
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was unser Schauspiel groß und Euch erkenntlich macht:
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nur gebt auf den Hanswurst in Zukunft besser Acht,
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daß er nicht Hungers stirbt und Euch mehr Schulden spielet,
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in seinem Zotenkram, die Ihr im Herzen fühlet.
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aus unbekannter Luft. Laßt ihn bei Euch erziehn,
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belehrt ihn, macht ihn groß, und gebt ihm eure Werke
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recht mit Gelehrsamkeit mit größter Weisheit Stärke:
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zum Segen schützet ihn, nehmt ihn zum Vorbild an,
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vielleicht daß dieser Euch geschickter bessern kann,
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wenn Ihr den Unterschied von wahr und falschen Sachen
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an ihm erkennen lernt, und Euch könnt besser machen.
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Den Worten füg ich hier die Kraft der Wahrheit bei.
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Ihr seid selbst überzeugt, daß es so gründlich sei
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als euer Vorsatz ist, nichts Gutes zu ernähren:
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als eure Klugheit steigt, die Unschuld zu verheeren,
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die Ihr doch nicht erbaut, nicht kennt, nicht haben wollt,
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und wenn sie Euch nur Salz und Wasser kosten sollt,
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dabei das Brot doch fehlt, das man den Bettlern reichet,
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ihm nicht die Bissen zählt und schlechter nicht vergleichet,
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als er es würdig ist. Seht! nun erklär ich mich,
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bedenkt: mein Vorsatz war, daß sag ich öffentlich,
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daß unserm deutschen Reich kein Vorzug sollt gebrechen
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in einer Kleinigkeit, so werdet ihr selbst sprechen,
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denn von der Schauspielkunst habt ihr sehr wenig Licht,
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weils Euch an Zärtlichkeit, Natur und Kunst gebricht
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Das Lesen langt nicht zu, auch nicht nach Frankreich reisen,
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ein Schauspiel recht verstehn, erfordert einen weisen
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wahrhaftig klugen Mann, der jede Wahrheit kennt,
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die Tugend redlich liebt, und dem das Leben gönnt,
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der Fleiß und Wissenschaft pflichtmäßig treibt und übet,
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der nicht blos um Gewinnst das wahre Gute liebet,
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nein! der dem Guten folgt, und hätt' er nichts als Hohn,
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der kleinen Geister Haß und Spötterei zum Lohn;
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dem auch der Mangel lieb: wenn er sich nur mit Ehren
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aus der Beschimpfung reißt, womit ihn die beschweren
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die seine Feinde sind. Ist dieses recht gethan
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so nehmt auch, was ich sag, von mir vernünftig an.
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Geht selbst in Euer Herz, das wird Euch deutlich sagen,
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warum ich Euch so frei die Wahrheit vorgetragen.
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Glaubt, daß hier weder Stolz noch Frechheit aus mir spricht,
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und auch kein Übermuth. Darum verwerft dies nicht.
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Es liegt ein wahrer Dank in diesem Salz verborgen.
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Ich lieb und ehr in Euch wahrhaftig alle Sorgen,
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Verlust und alle Müh, die Ihr mir schwer gemacht;
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weil Ihr mich doch dadurch zu keiner That gebracht,
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die mich beschämen könnt. Die Schulden sind verschwunden,
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die ich aus Noth gemacht. Der Nutzen ist gefunden
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der Euch daraus erwächst. Ich bin geschätzt, vergnügt,
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versorgt, belohnt, gesucht. Das Glück nun überwiegt
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Es war mein Untergang bei Euch schon abgezählet,
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Das Ende wußtet Ihr durch die Verhindrung schon,
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und doch geschieht es nicht. Was habt Ihr nun davon?
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Ja nichts. Ein bischen Wind, ein halbes Stündchen Lachen.
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Ich wills Euch doch zum Ruhm gewiß viel besser machen.
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So wenig ihr mit Zwang uns habt zu gut gethan,
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so wahrhaft nehm ich es mit Dank und Einsicht an.
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und brauch das wenige was großes zu verrichten.
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Sprecht: handle ich nicht recht nach allen solchen Pflichten,
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die Zucht und Tugenden nicht meiden, haßen, fliehn,
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und kann ich nicht getrost, mit Ehren von Euch ziehn?
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Wahrhaftig! recht getrost! Gelassen und mit Freuden
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und dankbar will ich hier von meinen Feinden scheiden.
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Nun Freunde kommts an Euch! Ruhm, Dank und Zärtlichkeit
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erfordert mehr von mir, als die Beredsamkeit
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die im Zusammenhang viel schöne Worte bindet,
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und doch ein altes Lied mit neuer Art erfindet.
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In meinem Glück, belohnt Gott eure Gütigkeit
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weit mehr, als mein Verdienst und meine Leidenszeit,
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damit Ihr nicht beschämt und heimlich Freunde heißet,
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das Euch die Allmachtshand durch unsre Glück beweiset.
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Gott hat an mich gedacht in Elend und Gefahr
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zur Zeit, da Euch selbst bang um meine Wohlfahrt war.
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Allein er wußte schon wie er mich retten wollte,
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und rührte euer Herz, das mich erhalten sollte,
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bis seine Zeit erschien. Sie kam und ist jetzt da.
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Ihr wahren Freunde, sagt zu meiner Wohlfahrt, ja!
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Ihr gönnt uns unsre Ruh, den Ruhm zu Eurer Ehre
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so gern, als wenn ich noch bei Euch geblieben wäre,
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und hätt Euch stets von Noth und Mangel vorgesagt,
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und Euch sowohl als mich aufs heftigste geplagt.
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Gott, dessen Allmachtshand die Wunden kann verneuen
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der wollte Euch dafür auch segnen, benedeyen,
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beschützen daß der Theil, den ihr uns zugewand
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viel tausend Segen bringt, in eure milde Hand.

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Ihr Freunde nun verehrt den Schutz der Obrigkeit,
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in deren Vaterhand ihr hier getragen seid.
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Sonst war uns Haab und Gut schon alles abgenommen,
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eh wir an dieses Glück, zu dieser Ruh gekommen.
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Der Schutz allein hat uns gestärkt, und Ruh gemacht
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wünscht nun, daß Gott für Sie und ihre Mauern wacht,
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für ihrer Bürger Heil, Er hat ihr Herz gerühret
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daß uns kein Unfall hat in größ're Noth geführet.
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Wenn Er das Machtwort spricht, wenn Er dem Übel wehrt
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weislich, daß ihnen Heil und Freude wiederfährt.
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und segnet euch gewiß an jedem Tag von neuen,
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Die Handlung nehme zu, und werde glücklich reich,
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was sie verlangen kann, komm mit dem Wunsch zugleich,
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damit sie kein Verlust und kein Betrug betrübet.
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Lebt wohl! Gott sei bei Euch! Der segnet, schützt und liebet.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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