Hüthe sich jeder der Fremden

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Ludwig Tieck: Hüthe sich jeder der Fremden Titel entspricht 1. Vers(1813)

1
Hüthe sich jeder der Fremden,
2
Freitags dem Pappelthor,
3
Den Plätzen ohne Vorsicht zu nahn,
4
Denn wilder Stiere Heerden,
5
Treibt ein unbändig Volk
6
Auf eilenden Rossen,
7
Mit langen Stäben bewaffnet,
8
Rasch durch die Stadt;
9
Nachschleppen die langen Seile,
10
Um die Thiere zu halten
11
Und die Sträubenden zu lenken
12
In die Thore des Hauses,
13
Wo sie als Opfer fallen.
14
Oft stürzt die aufgehäufte Frucht
15
Sammt der alten Wächterin
16
Vor den Ungebändigten zusammen,
17
Und die Jugend lacht
18
In Furcht und Schadenfreude.
19
An meinem Stabe hinkend,
20
Schlich ich neugeschmückt
21
Durch die sonnbeglänzten Gassen,
22
Dem vornehmen Freunde meinen Gruß zu sagen.
23
Hinter mir Getümmel, –
24
Geschrei, und irres Laufen, –
25
An vielen Seilen
26
Wird ein Stier in die Straße gelenkt,
27
Bald gerissen und gehemmt,
28
Bald in scheinbarer Freiheit,
29
Führt ihn das Schicksal
30
Seiner Bestimmung entgegen.
31
Schnell gewinn' ich ein Thor,
32
Mich hinter die Pfosten zu bergen,
33
Doch weh! – o Schrecken,
34
Die Freistatt, die ich wählte,
35
Ist des Geängsteten Opferstelle,
36
Frei sich wähnend,
37
Stürzt er herein,
38
Kaum bleibt mir der Augenblick
39
Die Treppe hinauf zu flüchten.

40
Nach Hause kehr' ich ermüdet,
41
Den Besuch vergessend.

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Textopus in den Digitalen Unterrichtsassistenten Deutsch kompetent und Deutsch kombi plus

Ludwig Tieck
(17731853)

* 31.05.1773 in Berlin, † 28.04.1853 in Berlin

männlich, geb. Tieck

deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.