Hüthe sich jeder der Fremden

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Ludwig Tieck: Hüthe sich jeder der Fremden Titel entspricht 1. Vers(1813)

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Hüthe sich jeder der Fremden,
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Freitags dem Pappelthor,
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Den Plätzen ohne Vorsicht zu nahn,
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Denn wilder Stiere Heerden,
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Treibt ein unbändig Volk
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Auf eilenden Rossen,
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Mit langen Stäben bewaffnet,
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Rasch durch die Stadt;
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Nachschleppen die langen Seile,
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Um die Thiere zu halten
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Und die Sträubenden zu lenken
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In die Thore des Hauses,
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Wo sie als Opfer fallen.
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Oft stürzt die aufgehäufte Frucht
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Sammt der alten Wächterin
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Vor den Ungebändigten zusammen,
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Und die Jugend lacht
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In Furcht und Schadenfreude.
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An meinem Stabe hinkend,
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Schlich ich neugeschmückt
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Durch die sonnbeglänzten Gassen,
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Dem vornehmen Freunde meinen Gruß zu sagen.
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Hinter mir Getümmel, –
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Geschrei, und irres Laufen, –
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An vielen Seilen
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Wird ein Stier in die Straße gelenkt,
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Bald gerissen und gehemmt,
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Bald in scheinbarer Freiheit,
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Führt ihn das Schicksal
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Seiner Bestimmung entgegen.
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Schnell gewinn' ich ein Thor,
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Mich hinter die Pfosten zu bergen,
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Doch weh! – o Schrecken,
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Die Freistatt, die ich wählte,
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Ist des Geängsteten Opferstelle,
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Frei sich wähnend,
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Stürzt er herein,
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Kaum bleibt mir der Augenblick
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Die Treppe hinauf zu flüchten.

40
Nach Hause kehr' ich ermüdet,
41
Den Besuch vergessend.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Tieck
(17731853)

* 31.05.1773 in Berlin, † 28.04.1853 in Berlin

männlich, geb. Tieck

deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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