Welch Betteln, welch Verfolgen

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Ludwig Tieck: Welch Betteln, welch Verfolgen Titel entspricht 1. Vers(1813)

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Welch Betteln, welch Verfolgen,
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Welcher freche Ungestüm!
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Nur des Italiäners Phlegma
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Weiß diese stürmischen Wogen zu beschwichtigen.

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Schon ist es dunkel,
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Müde schwank' ich über den Corso
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Der Heimath zu.
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Erfaßt mich die Hand eines ehrbaren Alten,
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Führt mich beiseit,
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Erzählt sein Unglück, von kranken Kindern,
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Von Mangel und Noth und den bittern Schmerzen
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Verschämter Armuth.
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Ueberrascht, verlegen, da ich vom feinen Mann
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Nicht dies Geständniß erwartet,
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Gleiten ihm einige Paul in die Hand:
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Er drückt die meine,
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Ach! könnt ich, flüstert er mit Innigkeit,
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Etwas thun für so edlen Geist!
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Er hat den hinkenden Gang, den Stab gesehn,
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Er faßt mich rüstig unter die Achsel,
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Und bevor ich noch fragen,
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Bejahen, verneinen kann,
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Trägt er mich, führt er mich halb,
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Die fünf, sechs schmalen Stufen hinauf,
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Die an der Straße
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Sich längst dem Hause ziehn.
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Als ich nun oben
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Gebückt und ängstlich schwanke,
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Verneigt er sich tief,
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Im Dunkel seinen Weg hinwandelnd.
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Kaum vermag ich scheu und tastend,
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Zitternd, auf den Stab gelehnt,
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Die Straße wieder zu gewinnen,
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Die ich so seltsam verlor.

35
Geschieht nicht vieles so,
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Wenn Manche wähnen
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Gutes zu thun?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Tieck
(17731853)

* 31.05.1773 in Berlin, † 28.04.1853 in Berlin

männlich, geb. Tieck

deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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