Lange schon starrte mein Blick

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Ludwig Tieck: Lange schon starrte mein Blick Titel entspricht 1. Vers(1813)

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Lange schon starrte mein Blick
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Hinaus in Flur und Hügel,
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Und immer nicht erschien der Wunsch,
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Der sehnsüchtigen Seele.
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Stille Träumerei umhüllte den Geist,
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Da wendet sich plötzlich der Weg,
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Und rechts erscheint der hohe Petrus-Dom,
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Des Vatikans Pallast,
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Und fern umher gestreut wie Hütten,
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Die weltberühmte Stadt.

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So ist der weite Weg nun überwunden,
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Und endlich, endlich ist das erwünschte Ziel erschienen?
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Und wie ich mich sammle,
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Mich und die Größe des Momentes zu fühlen,
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Zerrinnt in Schmerz
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Das kaum gehaschte Bild,
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Und alle die alten edlen Erinnrungen
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Entfliehn vor der drückenden, engen Gegenwart.
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Wie klein ist der Mensch,
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Wie arm im Schein des Reichthums!

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Schon treten die Gebäude näher,
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Schon heimathlicher wird Berg und Flur,
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Von alten Gemälden
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Erwacht in frischern Farben das Angedenken;
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Hier schon die Brücke,
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Die Straße der Vorstadt,
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Und rascheren Trabes
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Nähern wir uns dem Pappelthor.
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Wir treten ein,
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Vor mir der Platz und Obelisk,
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Die drei Straßen mit offnen Armen,
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Ein nüchternes Licht
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Erhellt unerfreulich
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Tempel und Pallast.
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Ich kann mich nur trösten.
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Nun schnell in den Armen
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Geliebter Freunde
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Der Klage Laut ertönen zu lassen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Tieck
(17731853)

* 31.05.1773 in Berlin, † 28.04.1853 in Berlin

männlich, geb. Tieck

deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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