Seht die Wasser, wie sie gleiten

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Ludwig Tieck: Seht die Wasser, wie sie gleiten Titel entspricht 1. Vers(1813)

1
Seht die Wasser, wie sie gleiten,
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Und sich in der Fluth die Bäume
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Still beschauen, goldne Träume
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Seh' ich durch die Wolken schreiten.
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Wie die Wogen ringend streiten,
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Sich entfliehen und vereinen,
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Spielen mit den Widerscheinen,
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Und die Blumen roth und gold
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Sich bespiegeln, und so hold
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Thau in diese Wellen weinen!

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Sieh, es ist ein Liebesringen,
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Welle hascht die flücht'ge Welle
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Und sie lacht so fröhlich, helle,
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Glänzend sie sich all verschlingen,
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Alle liebend sich durchdringen,
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Im Ergötzen lieblich spielen;
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Wie sie durch einander wühlen
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Scheint der reine blaue Himmel
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In das hüpfende Getümmel,
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Seine Wange abzukühlen.

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Also spiegelt Liebestreue
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Sich im wechselnden Empfinden,
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Wie Gefühle kommen, schwinden,
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Im Erinnern baden, neue
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Sich vermischen in die Reihe,
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Wandeln vor und gern zurück,
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Doch der innerlichste Blick
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Sieht Gestalten fortgeschwommen,
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Und die andern nahe kommen,
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Und in allen nur Ein Glück.

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Darum wechselt nur Gedanken,
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Wie ihr wandelt in Gestalten,
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Weiß ich eins doch fest zu halten
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Ohne Wandel, ohne Wanken.
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Denn nie darf der Glaub' erkranken,
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Glaube ist das Element,
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In dem nur die Liebe brennt.
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Und des Herzens reinste Bläue
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Klärt sich hell und heller, Treue
40
In der Liebe sich erkennt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Tieck
(17731853)

* 31.05.1773 in Berlin, † 28.04.1853 in Berlin

männlich, geb. Tieck

deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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