Weit weg, weit weg

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Ludwig Tieck: Weit weg, weit weg Titel entspricht 1. Vers(1813)

1
Weit weg, weit weg,
2
Von allen Schmerzen weg,
3
Durch die Wälder möcht' ich eilen,
4
Niederwärts,
5
Aufwärts,
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Klüften vorüber und von den steilen
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Gebirgen stürzen zu tiefen Gründen,
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Ruhe zu finden.

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Pfeifender Wind,
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Treibe geschwind
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Schnell und schneller die Rosse in's Dickicht hinein!
12
Laß, o laß die trüben Stunden,
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Eilend verschwunden,
14
Rastlos nimmer Stillstand seyn.

15
Wo soll ich sie suchen?
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Auf Bergeshöhn?
17
Im Schatten der Buchen?
18
Wo werd' ich sie sehn?

19
Die Stunden verfliegen,
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Tag wechselt mit Nacht,
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Die Schmerzen besiegen,
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Die Freuden erliegen
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Der stürmenden Macht.

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Ach! weiter, weiter ohne Stillstand,
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Hin wo der Strom braust,
26
Wo von steiler moosger Felswand
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Wind und Woge niedersaust.

28
Wo Walddunkel schattet,
29
Wo Wolken sich jagen,
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Und Nacht und banges Zagen
31
Mit schwarzen Träumen sich gattet.

32
Thalnieder, bergauf,
33
Echo spricht, und grüßt herüber;
34
Ach! statt dieses Treibens, ende lieber,
35
Ende, ende diesen trüben Lauf.

36
Käm' ich nur zum fremden Orte
37
In ein wundervolles Land
38
Das kein Auge je gekannt,
39
Aber wechselnd hier mit dort
40
Weiß ich schon die Einsamkeiten
41
Die sich tückisch mir bereiten,
42
Kenne schon die trüben Leiden;
43
Leiden, Leiden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Tieck
(17731853)

* 31.05.1773 in Berlin, † 28.04.1853 in Berlin

männlich, geb. Tieck

deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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