1. Die Erde

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Ludwig Tieck: 1. Die Erde (1813)

1
Höher kann der Muth nicht streben,
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Wunderbar bin ich besiegt,
3
Und ich fühle, wie das Leben
4
Seinem Widerstand erliegt.

5
Festen Trittes geht mein Sehnen
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Auf die Dauer, Sicherheit,
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Alle Wünsche, alle Thränen
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Zittern vor der Ewigkeit.

9
Hier auf grüner Flur zu weilen
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Nahe dem geliebten Kern,
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Mäßig Freud' und Leiden theilen
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Will die arme Seele gern.

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Pflanzen kehren balde wieder,
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Von den Bäumen fällt das Laub,
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Alle Blumen sinken nieder,
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Alle Farben löscht der Staub.

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Frühling, Herbst und Sommer kommen,
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Wie ein Lächeln gehn sie fort,
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Und die Flammen sind verglommen,
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Liebe flieht, ein eilend Wort.

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Willst du tiefer, inn'ger walten
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Als um dich die ganze Welt,
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Was die tausendfach Gestalten
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Bindet und zusammenhält?

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Laß entfliehen, laß entfließen,
26
Dem nicht Dauer ist geliehn,
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Demuthsvoll sollst du genießen,
28
Und im Stolze sollst du büßen,
29
Alles, alles muß verblühn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Tieck
(17731853)

* 31.05.1773 in Berlin, † 28.04.1853 in Berlin

männlich, geb. Tieck

deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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