Feldeinwärts flog ein Vögelein

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Ludwig Tieck: Feldeinwärts flog ein Vögelein Titel entspricht 1. Vers(1813)

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Feldeinwärts flog ein Vögelein,
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Und sang im muntern Sonnenschein
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Mit süßem wunderbarem Ton:
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Ade! ich fliege nun davon,
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Weit! weit!
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Reis' ich noch heut.

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Ich horchte auf den Feldgesang,
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Mir ward so wohl und doch so bang;
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Mit frohem Schmerz, mit trüber Lust
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Stieg wechselnd bald und sank die Brust:
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Herz! Herz!
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Brichst du vor Wonn' oder Schmerz?

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Doch als ich Blätter fallen sah,
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Da sagt ich: Ach! der Herbst ist da,
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Der Sommergast, die Schwalbe, zieht,
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Vielleicht so Lieb und Sehnsucht flieht,
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Weit! weit!
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Rasch mit der Zeit.

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Doch rückwärts kam der Sonnenschein,
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Dicht zu mir drauf das Vögelein,
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Es sah mein thränend Angesicht
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Und sang: die Liebe wintert nicht,
23
Nein! nein!
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Ist und bleibt Frühlingesschein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Tieck
(17731853)

* 31.05.1773 in Berlin, † 28.04.1853 in Berlin

männlich, geb. Tieck

deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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