Auf Wiesen, in Wäldern

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Ludwig Tieck: Auf Wiesen, in Wäldern Titel entspricht 1. Vers(1813)

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Auf Wiesen, in Wäldern,
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An Strömen, auf Feldern
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Quillt glühendes Leben,
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Die Bäume sie streben
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Zum Himmel hinan.
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Es fliehen mit Eilen
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Die Quellen von steilen
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Gebirgen und suchen sich ebene Bahn,
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Durch Dornengesträuche,
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Vorüber der Eiche,
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Dem Wurzelgeflecht;
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Und rund um die Quelle
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Besieht sich in jeder fortschreitenden Welle
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Der kindischen Blumen neugierig Geschlecht.
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In Steinklüften suchen
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Die hellgrünen Buchen
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Genügsamen Raum,
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Sie zittern und nicken
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Und rauschen und schmücken
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Den felsigen Saum.
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So findet die Quelle
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Der Baum sein Stelle
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Und treibet sich's recht:
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So dauert, geneset
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Und stirbt und verweset
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Zufrieden so manches gebohrne Geschlecht. –
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Nur der Mensch geht in der Irre,
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Will heut hier seyn, morgen dort,
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Alle Sinne im Gewirre
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Sucht er stets den fernen Ort.
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Will nicht in der Heimath dauern
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Weithin dehnt er seinen Blick,
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Wandert unter Regenschauern
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Und sieht dann mit bangem Trauern
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Nach dem erst verschmähten Glück.
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Wie in monderhellten Hainen
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Wolken durch den Himmel fliehn,
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Bald die Bäume glänzend scheinen,
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Schatten wieder abwärts ziehn:
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Also auch des Menschen Seele,
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Daß er durch sein ganzes Leben
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Rastlos auf und ab sich quäle,
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Ward die Sehnsucht ihm gegeben. –
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Doch wohl mir, ich fühle
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Zerreissen dies Band!
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Ich nahe dem Ziele
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Das fern und ferner seit lange mir schwand.
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Das bängliche Schwanken,
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Das nüchterne Kranken,
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Vorüber an mir! –
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Wie soll ich dir danken?
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O Liebste! o sprich, wie vergilt' ich es dir?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Tieck
(17731853)

* 31.05.1773 in Berlin, † 28.04.1853 in Berlin

männlich, geb. Tieck

deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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