Im Windsgeräusch, in stiller Nacht

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Ludwig Tieck: Im Windsgeräusch, in stiller Nacht Titel entspricht 1. Vers(1795)

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Im Windsgeräusch, in stiller Nacht
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Geht dort ein Wandersmann,
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Er seufzt und weint und schleicht so sacht,
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Und ruft die Sterne an:

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Mein Busen pocht, mein Herz ist schwer,
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In stiller Einsamkeit,
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Mir unbekannt, wohin, woher,
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Durchwandl' ich Freud' und Leid;

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Ihr kleinen goldnen Sterne,
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Ihr bleibt mir ewig ferne,
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Ferne, ferne,
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Und ach! ich vertraut' euch so gerne.

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Da klingt es plötzlich um ihn her,
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Und heller wird die Nacht.
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Schon fühlt er nicht sein Herz so schwer;
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Er dünkt sich neu erwacht:

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O Mensch, du bist uns fern und nah,
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Doch einsam bist du nicht,
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Vertrau' uns nur, dein Auge sah
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Oft unser stilles Licht:

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Wir kleinen goldnen Sterne
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Sind dir nicht ewig ferne;
23
Gerne, gerne,
24
Gedenken ja deiner die Sterne.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Tieck
(17731853)

* 31.05.1773 in Berlin, † 28.04.1853 in Berlin

männlich, geb. Tieck

deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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