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Elende Sterblichkeit! ach! alles ist verlohren,
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Der Mensch, der arme Mensch, wird ja zum
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Sein Leben ist ein Schaum, der jäh und plötzlich
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Bevor er sich kaum recht dem Augen-Lichte zeigt.
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Er ist ein blosses Nichts, ein Nichts der schnöden
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Und muß, so bald er stirbt, Asch, Staub und Mo-
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Die Hülle seines Geists dient ihm zum Sterbe-Kleid,
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Mit der Erinnerung: Dein Ende ist nicht weit.
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Fällt nun der Cörper hin, so kom̃t ein banges Weinẽ,
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Da klagt man seinen Freund bey morschen Todes-
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Da ist kein eintziger, er sey auch wer er sey,
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Von Baare, Sarg und Grufft, vom Tod und
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Diß zeigt sich auch an dir, o Freund! der Weiß-
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Auch da will sich der Tod an keine Gründe kehren.
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Du suchtest, wie gewohnt, die Lehre der Natur,
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Der grossen Welt-Weißheit; du folgtest ihrer Spur,
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Du trachtetst sie mit Fleiß und Nachdruck zu er-
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Was Wolff in Schrifften sagt, kontst du zum
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Was dieser grosse Mann in seinen Schrifften sprach,
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Dem sonnest du mit Fleiß, mit gröstem Eifer nach.
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Diß war dein Augenmerck, woran du fest gebunden,
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Und so vergieng die Zeit in Anmuths-vollen Stundẽ.
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Und letztens, als du schon die Helffte einer Nacht
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In der Beschäfftigung mit Anmuth zugebracht,
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So muß ein Schlag-Fluß dich entseelt zu Boden
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Und uns, o herber Fall! den besten Freund entreissen.
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Ob schon die gantze Stadt die Wuth der Feinde flieht,
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Bleibt er doch unbewegt, er läst sich nichts verhindern
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Auch Lermen und Geschrey kan nicht das Zirckeln
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Bis eine freche Faust den Zirckel ihm entreißt,
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Und ihn mit Ungestüm erblaßt zu Boden schmeißt.
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So eben gieng es dir, kaum eh du dichs versehen,
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So ists durch einen Schlag,
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Da liegst du nun erstarrt; du denckst den Cörpern
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Und da du kaum gedacht, findst du dein Schlaf-
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Nun weist du jedes Ding vollkom̃en recht zu nennen,
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Nunmehro wirst du erst die Weißheit recht erkennen,
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Nun ist das Stückwerck aus, dein Wissen ist erhöht,
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Das nun auf festem Grund, und nicht auf Schrau-
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Weil deine Wissenschafft,
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So gönnt man dir die Ruh mit iñigsten Vergnügen.