Schreibstunde

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Ludwig Achim von Arnim: Schreibstunde (1806)

1
Es bat ein Bauer ein Töchterlein,
2
Daß es doch thäte den Willen sein;
3
Er bot ihr Silber und rothes Gold,
4
Daß sie ihn lieb hätt und heirathen sollt,
5
Gar öffentlich.

6
Als ein Studente das hat erhört,
7
Er seinem Haus den Rücken kehrt;
8
Kam vor der Jungfrauen ihre Thür,
9
Und klopft mit seinem Finger dafür,
10
Gar heimlich.

11
Die Jungfrau im Arm auf dem Bette lag,
12
Und zum Studenten ganz leise sprach:
13
Ist jemand draussen, begehret mein,
14
Der zieh das Schnürlein und komm herein
15
Gar heimlich.

16
Als das der Bauer doch hat gehört,
17
Dem Hause sein er den Rücken kehrt;
18
Und kam vor der Jungfrauen Thür,
19
Er klopft mit seinem Stiefel dafür
20
Gar öffentlich.

21
Die Jungfrau war in Freuden wach,
22
Und zu dem Bauern da lachend sprach:
23
Ist jemand da, der begehrt hinein,
24
Der such sich ein ander Jungfräulein
25
Gar heimlich.

26
Wer ists, der heut uns dies Liedlein sang?
27
Ein freyer Studente ist er genannt;
28
Er lehrt der Jungfrau Lesen und Schreiben,
29
Braucht dazu weder Feder noch Kreiden,
30
Gar heimlich.

31
Und wenn das Mädchen erst schreiben kann,
32
Dann reist er wieder, wird Doktor dann;
33
Und sitzt bei Büchern und bei dem Wein,
34
Ihr Brieflein tröstet ihn doch allein,
35
Gar heimlich.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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