Der Fürstentochter Tod

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Ludwig Achim von Arnim: Der Fürstentochter Tod (1806)

1
Es fuhr gen Acker ein grober Baur,
2
Arbeitet wacker im Schweis so sau'r,
3
Im Frühling, Märzen, May, April,
4
Im Feld standen der Blümlein viel,
5
Die ihn anlachten in der Still.

6
Er ließ sich solches bewegen nicht,
7
Mit seinem Pflug er sich drüber richt,
8
Er
9
Und griff an ihren Wurzeln an
10
Die schönen Blumen lobesan.

11
Die Blümlein neigten die Köpfe zart,
12
Sanken darnieder zu Boden hart,
13
Ich sie anschaute sinniglich,
14
Von Herzen sie erbarmten mich,
15
Hätt sie wohl gern errettet ich.

16
Auf unsres Fürsten sein Wiesen grün
17
Da that ein holdselig Blümlein blühn,
18
Das war sein liebstes Töchterlein,
19
Zwölfjährig, edel, hübsch und fein,
20
Ein Herzentrost den Aeltern sein.

21
Da kam der grimmige Tod daher,
22
Trabanten, Garden, nichts achtet er,
23
Frey trat er in die Burg hinein,
24
Schlug grausam ins Frauenzimmer drein,
25
Und traf das Fürstliche Fräulein allein.

26
Nun kommt zum Saale ihr Christenleut,
27
Nun gehet ins Feld mit bitterem Leid,
28
Zwey Blumen stehn auf einem Feld,
29
Die eine frisch, die andre welk,
30
Rath, welche länger sich erhält.

31
Da kommt gegangen ein Wandersmann,
32
Der trägt Verlangen zu greifen an,
33
Der Blumen eine mit Gewalt,
34
Die Hand darnach er ausstreckt bald,
35
Nimmt die am besten ihm gefallt.

36
Die halbverwelkte will er nicht,
37
Die frische ihm in die Augen sticht,
38
Er läßt die alt und nimmt die neu,
39
Thut dran gar recht bey meiner Treu,
40
Ich machets auch so ohne Scheu.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.