Trinklied

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Ludwig Achim von Arnim: Trinklied (1806)

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Wer fragt danach,
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Aus dem Gelag,
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Hab ich mir vorgenommen,
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Den ganzen Tag,
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So lang ich mag,
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Auch morgen nicht zu kommen.
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Herr Wirth, gebt Ihr
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Die Freyheit mir,
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Mich lustig zu erzeigen,
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So seht nur an,
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Wie wohl ich kann
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Die frischen Gläser neigen.

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Dies ist der Trank,
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Der Unmuth zwang,
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Durch den wir lustig werden,
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Der unsern Geist
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Der Pein entreißt,
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Giebt freudige Geberden.
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Er thut uns kund
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Des Herzens Grund,
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Macht Bettler gar zu Fürsten,
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Wir werden kühn
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Und frisch durch ihn,
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Daß uns nach Blut muß dürsten.

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Sein süßer Saft
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Giebt denen Kraft
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Zu reden, die sonst schweigen,
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Macht uns bereit,
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Barmherzigkeit
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Den Armen zu erzeigen,
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Wie auch beherzt,
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Das was uns schmerzt
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Zu eifern und zu lästern,
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Ertheilt die Kunst
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Und alle Gunst
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Der dreymal dreyen Schwestern.

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Daher man sieht,
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Wenn wir hiemit
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Die Nase schon begossen,
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Wie dann der Fluß
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Des Pegasus
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Kommt auf uns zugeschossen,
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Der will dann ein
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Poete seyn,
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Der kann viel Streitens machen
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Von der Natur,
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Der redet nur
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Von Gottes hohen Sachen.

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Dort hat ein Paar
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Sich bey dem Haar,
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Der greift nach seinem Degen,
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Der steht und speit,
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Der jauchzt und schreit
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Und kann sich kaum noch regen.
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Der säuft dem zu
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Auf einen Du,
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Der schwatzt von seinen Kriegen,
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Der sitzt und weist
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Wo er gereist,
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Und scheut sich nicht zu lügen.

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Auch mir wird izt
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Der Kopf erhitzt,
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O Wein, von deinen Gaben,
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Die Zunge singt
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Die Seele springt,
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Die Füsse wollen traben,
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Wohlan noch baß
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Durch dieses Glas
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Will ich auf dich jezt zielen.
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Du deutsches Blut
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Laß mir ein gut
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Rundadinella spielen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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