Die Mordwirthin

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Ludwig Achim von Arnim: Die Mordwirthin (1806)

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Es waren drei Soldaten-Söhn,
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Sie haben Lust im Krieg zu gehn,
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Wohl ins Soldaten Leben.
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Sie bleiben aus eine kleine Weil,
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Sie machen sich Geld und Brod dabei,
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Auch Ungrische Dukaten.

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Sie haben sich ganz kurz bedacht,
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Und haben sich wieder nach Haus gemacht,
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Frau Wirthin sprang entgegen:
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»frau Wirthin hat sie die Gewalt,
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Ein'n Reiter über Nacht aus zu behalten,
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Dazu und auch gastiren?«

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Warum werd ich die Gewalt nicht hab'n,
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Einen Reiter über Nacht zu behalten,
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Dazu und auch gastiren?
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Der Reiter sezt sich oben an den Tisch,
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Sie mag mir auftragen was sie will,
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Ich kanns ja wohl bezahlen.

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Sie trägt ihm auf gebackne Fisch,
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Und einen Schweinebraten,
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Und als es war, als da man schlief:
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Ach Mann ich kann nicht schlafen!
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Sie macht das Pfännchen mit Fette heiß,
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Und schütt's dem Reiter in Hals hinein.

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Kriegt ihn an seiner schneeweissen Hand
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Und schleift ihn in Keller in kühlen Sand:
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Da kannst du liegen
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Bis morgen Mittag verschwiegen;
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Des Morgens als sein Kammerad kam:
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Wo ist der Reiter?

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»der Reiter und der ist weiter,
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Der Reiter der kann weiter sein.«
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Er kann in eurem Hause sein.
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Hat sie dem Reiter was Leids gethan,
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So hat sie's ihrem lieben Sohn gethan,
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Der aus dem Krieg ist kommen.

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Sie hat sich in den Brunnen gesprengt,
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Er hat sich in die Scheuer gehängt,
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Müssen an einem Tag drei sterben.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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