Die löbliche Gesellschaft Moselsar

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Ludwig Achim von Arnim: Die löbliche Gesellschaft Moselsar (1806)

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Die löbliche Gesellschaft zwischen Rhein
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Und der Mosel allzeit rüstig seyn,
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Nach Unfall sie nicht fragen,
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Das Terich (Land) hin und her,
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Langes durch und die quer,
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Zu Fuß und Pferd durchjagen,
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Frisch sie es wagen,
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Kein Scheuen tragen.

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Ueber hohe Berg, durch tiefe Thal,
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Fallen sie oftmals ein wie der Strahl,
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All Weg ohn Weg sie finden,
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Zu düstrer Nachteszeit
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Wann schlunen (schlafen) ander Leut,
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Sie alles fein aufbinden,
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Ohn Licht anzünden,
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Bleibt nichts dahinten.

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Laffel, der weiß gar fein auszusehn,
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Wo irgend in einem Gfar Klebis (Pferd) stehn,
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Wanns wär auf zwanzig Meilen,
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Beym hellen Mondenschein,
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Die Gleicher (Mitgesell) ins gemein,
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In einer kurzen Weilen
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Sie übereilen,
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Und redlich theilen.

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Battrawitz, der alcht (geht) zur Hinterthür hinein,
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Bobowitz sazt sich hinter ein Haufen Stein,
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Mit den andern Gesellen,
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Den Quien (Hund) ruft er klug,
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Und brockt ihm Lehm (Brodt) gnug,
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Daß sie nicht sollen bellen,
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Bis aus den Ställen
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Die Klebis schnellen.

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Wann sie nun haben die Hautzen Roß,
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So reiten sie nach dem neuen Schloß:
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Ist jemand der will kaufen?
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Der Putzjakala
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Ist müd und liegt da,
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Weil er sich lahm gelaufen,
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Schier nicht kann schnaufen,
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Drum will er saufen.

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Herr Wirth: Nun so laß uns lustig seyn,
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Lang mir den Glestrich (Glas) vom besten Wein,
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Um Doulmeß (Pfennig) darfst nicht sorgen;
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Ein halbe gute Nacht
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Uns all zu Sontzen (Edelleuten) macht,
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Du kannst uns ja bis morgen
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Die Irtin (Zeche) borgen,
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Der Hautz (Bauer) muß sorgen.

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Ist das nicht wunderlich Gesind,
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Daß der Hautz sein Schuh mit Weiden bindt,
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Und da die Zech muß zahlen,
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So lang er hat ein Kuh,
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Die Klebis auch dazu,
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Die Rappen mit den Fahlen,
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Wir allzumalen
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Durch Giel (Mund) vermalen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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