Auf, auf, ihr Brüder und seyd stark!

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Ludwig Achim von Arnim: Auf, auf, ihr Brüder und seyd stark! Titel entspricht 1. Vers(1806)

1
Auf, auf, ihr Brüder und seyd stark!
2
Der Abschiedstag ist da,
3
Wir ziehen über Land und Meer
4
Ins heisse Afrika.

5
Frisch auf, ihr Bursche! wandert mit,
6
Holt Bündel und Felleisen,
7
Doch eh wir mit dem lezten Schritt
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Der Stadt den Rücken weisen,
9
Schenk Mädchen uns noch Kuß und Wein,
10
Drauf mit der Sonn zu reisen.

11
Drum gehe tapfer an, mein Sohn, mein Kriegsgenosse,
12
Schlag ritterlich darein, dein Leben unverdrossen
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Fürs Vaterland aufsez, von dem du frey es auch
14
Zuvor empfangen hast, das ist der Deutschen Brauch.
15
Dein Herz und Auge laß mit Eifers Flamme brennen,
16
Kein menschliche Gewalt wird dich vom andern trennen.
17
Es weht von deinem Haupt die Fahne bald hinweg,
18
Der Jugend Uebermuth, der Unordnung erweckt.

19
Kannst du nicht fechten mehr, du kannst mit deiner Stimme,
20
Kannst du nicht rufen mehr, mit deiner Augen Grimme
21
Den Feinden Abbruch thun in deinem Heldenmuth,
22
Nur wünschend, daß du theur verkaufen mögst dein Blut.
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Im Feuer sey bedacht, wie du das Lob erwerbest,
24
Daß du in männlicher Postur und Stellung sterbest,
25
An deinem Ort bestehst fest mit den Füßen dein,
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Und beiß die Zähn zusamm und beyde Lefzen ein.

27
Daß deine Wunden sich lobwürdig all befinden,
28
Da vorne auf der Brust, und keine nicht dahinten,
29
Daß dich dein Feind der Tod im Tod bewundernd zier,
30
Dein Vater im Gesicht dein ernstes Leben spür.
31
Mein Sohn, wer Tyrannei geübriget will leben,
32
Muß seines Lebens sich freiwillig vor begeben,
33
Wer nur des Tods begehrt, wer nur frisch geht dahin,
34
Der hat den Sieg und dann das Leben zu Gewinn.

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Es ist nit lang, daß es g'regnet hat,
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Die Bäumli tröpfle noch,
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Ich hab einmal ein Schätzl gehabt,
38
Ich wollt ich hätt es noch.

39
Dagegen singen wohl die Jungen:

40
In dem Wasser schnalzt der Fisch,
41
Lustig wer noch ledig ist.

42
Ist noch ein Mensch auf Erden,
43
So möcht ich bey ihm seyn.

44
Der Kukuk mit seinem Schreyen,
45
Macht fröhlich jedermann,
46
Des Abends fröhlich reihen
47
Die Maidlein wohlgethan,
48
Spazieren zu den Brunnen,
49
Bekränzen sie zur Zeit,
50
All Volk sucht Freud und Blumen,
51
Mit Reisen fern und weit.

52
Da droben am Hügel
53
Wo die Nachtigal singt,
54
Da tanzt der Einsiedel,
55
Daß die Kutt in die Höh springt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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