6. Romanze

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Ludwig Achim von Arnim: 6. Romanze (1806)

1
Auf Stauffenberg zur ersten Nacht,
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Zur schönen Frau sein Herze dacht,
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Alsbald an seinem Arme lag,
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Die sein mit steten Treuen pflag,
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Sie weinte, sprach: »Nun wehe dir,
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Du folgtest gar zu wenig mir.

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Daß du ein Weib nimmst zu der Eh,
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Am dritten Tag du lebst nicht mehr,
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Ich sag dir was geschehen muß,
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Ich lasse sehen meinen Fuß,
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Den sollen sehen Frau und Mann,
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Und sollen sich verwundern dran.

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So nun dein Aug den auch ersieht,
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So sollst da länger säumen nicht,
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Denn es sich immer anders wendt,
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Empfangt das heilge Sakrament,
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Du weist, daß ich dir Glauben halten,
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Auf ewig sind wir nun zerspalten.«

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Mit nassem Aug sie zu ihm sprach:
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»herr denket fleißig nach der Sach,
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Ihr dauret mich im Herzen mein,
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Daß ich nicht mehr kann bey euch seyn,
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Daß mich nun nimmer sieht ein Mann,
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Ich fall in ewger Liebe Bann.«

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Dem Ritter liefen die Augen über:
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»soll ich denn nie dich sehen wieder,
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So seys geklagt dem höchsten Gott,
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Der ende balde meine Noth,
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Ach daß ich je zu Ruhm gekommen,
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Daß mich ein fürstlich Weib genommen.

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Sie küßte ihn auf seinen Mund,
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Sie weinten beide zu der Stund,
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Umfingen einander noch mit Lieb,
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Sie drückten zusammen beyde Brüst:
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»ach sterben das ist jezt euer Gewinn,
36
Ich nimmermehr wieder bey euch bin!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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