Des Antonius von Padua Fischpredigt

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Ludwig Achim von Arnim: Des Antonius von Padua Fischpredigt (1806)

1
Antonius zur Predig
2
Die Kirche findt ledig,
3
Er geht zu den Flüssen,
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Und predigt den Fischen;
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Sie schlagn mit den Schwänzen,
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Im Sonnenschein glänzen.

7
Die Karpfen mit Rogen
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Sind all hieher zogen,
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Haben d' Mäuler aufrissen,
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Sich Zuhörens beflissen:
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Kein Predig niemalen
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Den Karpfen so gfallen.

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Spitzgoschete Hechte,
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Die immerzu fechten,
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Sind eilend herschwommen
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Zu hören den Frommen:
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Kein Predig niemalen
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Den Hechten so gfallen.

19
Auch jene Phantasten
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So immer beym Fasten,
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Die Stockfisch ich meine
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Zur Predig erscheinen.
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Kein Predig niemalen
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Den Stockfisch so gfallen.

25
Gut Aalen und Hausen
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Die Vornehme schmausen,
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Die selber sich bequemen,
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Die Predig vernehmen:
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Kein Predig niemalen
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Den Aalen so gfallen.

31
Auch Krebsen, Schildkroten,
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Sonst langsame Boten,
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Steigen eilend vom Grund,
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Zu hören diesen Mund:
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Kein Predig niemalen
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Den Krebsen so gfallen.

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Fisch große, Fisch kleine,
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Vornehm' und gemeine
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Erheben die Köpfe
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Wie verständge Geschöpfe:
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Auf Gottes Begehren
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Antonium anhören.

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Die Predigt geendet,
44
Ein jedes sich wendet,
45
Die Hechte bleiben Diebe,
46
Die Aale viel lieben.
47
Die Predig hat gfallen,
48
Sie bleiben wie alle.

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Die Krebs gehn zurücke,
50
Die Stockfisch bleiben dicke,
51
Die Karpfen viel fressen,
52
Die Predig vergessen.
53
Die Predig hat gfallen,
54
Sie bleiben wie alle.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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