Vogel Phönix

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Ludwig Achim von Arnim: Vogel Phönix (1806)

1
Phönix, der edle Vogel werth,
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Hat seines Gleichen nicht auf Erd,

3
Um seinen Hals ist's goldgelb klar,
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Sein Leib und Flügel Purpur gar;

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Hat auf dem Haupte eine Kron,
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Der höchste Baum sein hoher Thron.

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Er wohnt und lebet lang allein,
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Dann stellen sich viel Vögel ein.

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Die Vögel sammeln für ihn frey
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Den Weihrauch und die Specerey,

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Von edlem Holz wohlriechend Aest,
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Sie machen aus dem alln ein Nest.

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Dann schwingt er drüber sein Gefieder
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Am Sonnenglanze auf und nieder.

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Wenn er das Rauchwerk so gezündt,
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Die Flamme sich zur Höhe windt.

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Dann läßt er sich herab zur Gluth,
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Verbrennt sich willig wohlgemuth.

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Alsdann in seiner Asche wird
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Ein leuchtend Würmlein erst formirt,

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Darnach ein Vogel rein und pur,
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Dem vor'gen gleich in der Natur.

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Christus, des Himmels Phönix rein,
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Hat so gewohnt auf Erd' allein,

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Ein Adler stark, der überwand
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Höll, Teufel, Sünd und Todesband.

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Sein Gottheit ist die güldne Farb,
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Und sein Verdienst uns Heil erwarb.

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Das Purpur-Kleid er hat auch an,
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Auf seinem Haupt die Dornenkron.

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Aus rechter Lieb inbrünstiglich
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Er opfert darauf willig sich.

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Und man begrub ihn ehrlich frey,
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Mit köstlich edler Specerey.

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Also des Himmels Phönix lag,
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Im Grab, bis an den dritten Tag,

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Alsdann er wieder lebend wurd'
38
Durch seine ew'ge Geistsgeburt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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