Dem Hochgebohrnen Grafen und Herrn, Herrn Friedrich Ludewig, Grafen zu Solms und Tecklenburg, Herrn zu Müntzenberg, Wildenfelß und Son- nenwalde, wie auch der Ritter-Güter Sachsenfeld und Rückers- walde rc. Jhro Rußisch-Kayserlichen Majestät würck- lichen Geheimen Rath, Rittern des Königl. Pohlnischen weissen Adler-Orden, Meinem gnädigsten Grafen und Herrn

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Christian Gotthold Spindler: Dem Hochgebohrnen Grafen und Herrn, Herrn Friedrich Ludewig, Grafen zu Solms und Tecklenburg, Herrn zu Müntzenberg, Wildenfelß und Son- nenwalde, wie auch der Ritter-Güter Sachsenfeld und Rückers- walde rc. Jhro Rußisch-Kayserlichen Majestät würck- lichen Geheimen Rath, Rittern des Königl. Pohlnischen weissen Adler-Orden, Meinem gnädigsten Grafen und Herrn (1745)

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ein armes Blat,
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Doch reich an Ehrfurcht-vollen Pflichten,
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Das seinen Grund in Hertzen hat,
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Soll Dir den ächten Zoll entrichten.
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Ja Herr! ich wage allzuviel,
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Es weyhet Dir mein schlechter Kiel
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Die schwach doch frommen Jugend-Früchte
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Der hier geschriebenen Gedichte.

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Dein Einsehn, weisester
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Prüft alles mit besondrer Stärcke;
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Drum will ich Dir voraus gestehn
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Die Schwäche dieser meiner Wercke,
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Dich rührt nur reiner Dichter Trieb,
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Dir bleibt Horatz und Maro lieb,
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Man sieht Dich selber feurig dichten,
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Drum kanst Du desto schärffer richten.

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Dieß alles schrecket mich mit Recht,
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Was wollen nun die armen Lieder,
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Was unterstehet sich Dein Knecht;
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Bald leg ich Kiel und Vorsatz nieder,
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Doch nein, wer Hülff und Schutz bedarff,
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Mit dem verfährst Du nie zu scharff:
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Die Großmuth, die an Dir zu preisen,
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Kan blöde Dichter unterweisen.

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Hier sollt ich Herr! wie sichs gehört,
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Dein Lob den Sternen einverleiben,
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Jedoch von Deiner Tugend Werth
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Kan ich nicht so wie Gellert schreiben.
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Es sind derselben allzuviel,
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Drum waget sich mein schwacher Kiel,
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Nicht die Verdienste, die Dich zieren,
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Auch nur mit kurtzen zu berühren.

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Erlaube nur, daß dieses Blat
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Darf mit dem grossen Nahmen prangen,
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Und strafe nicht die kühne That,
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Daß ich mich solches unterfangen:
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So werden alle, die diß sehn
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Auch ohne mich sogleich gestehn,
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Daß diesem unverdienten Zeichen,
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Von Deiner Großmuth nichts zu gleichen.

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Mich aber heist die Danckbarkeit
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Für Dein Vergnügen und Gedeyhen,
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Und für Dein Hauß zu aller Zeit
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Den Höchsten eyfrig an zu schreyen,
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Es rühr hinführo keine Qvaal,
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Dein unvergleichliches Gemahl;
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Gott seegne Dich in Deinen Zweigen:
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So wird sich stets erfreut bezeigen

(Spindler, Christian Gotthold: Unschuldige Jugend-Früchte. Leipzig, 1745.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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