Große Wäsche

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Ludwig Achim von Arnim: Große Wäsche (1806)

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Der Mai will sich mit Gunsten,
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Mit Gunsten beweisen,
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Prüf' ich an aller Vögelein Gesang,
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Der Sommer kömmt, vor nicht gar lang
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Hört ich Frau Nachtigal singen,
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Sie sang recht wie ein Saitenspiel:
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»der Mai bald will
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Den lichten Sommer bringen, und zwingen
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Die Jungfräulein zu Springen und Singen.

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Jedoch so sind die Kleider
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Mir leider zerrissen,
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Ich schäme mich vor andrer Mägdlein Schaar,
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Mit meinen Schenklein geh ich bar,
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Weil ich grad waschen wollte,
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Der Reif und auch der kalte Schnee
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That mir wohl weh,
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Ich will als Waschgesellen bestellen,
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Die Jungfraun an den hellen Waldquellen.

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Komm, komm, lieb, lieb, Agnette,
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Margretha, Sophia,
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Elisabetha, Amaleya traut,
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Sibilla, Lilla, Frau Gertraut,
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Kommt bald ihr Mägdlein schöne,
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Kommt bald und wascht euch säuberlich,
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Und schmücket mich.«
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Da kamen die Jungfrauen im Thaue
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Sich waschen und beschauen, ja schauen.

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Ich dank Frau Nachtigallen,
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Vor Allen mein Glücke,
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Daß sie zum Waschen rief die holde Schaar,
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Mit ihren Schenklein giengens bar,
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Das Wasser ward nicht trübe,
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Der Jugendglanz, der Maienschnee
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That ihm nicht weh;
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Doch mich wirds nicht mehr kühlen im Schwülen,
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Im Sommer werd ichs fühlen, ja fühlen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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