Der Rattenfänger von Hameln

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Ludwig Achim von Arnim: Der Rattenfänger von Hameln (1806)

1
»wer ist der bunte Mann im Bilde,
2
Er führet Böses wohl im Schilde,
3
Er pfeift so wild und so bedacht;
4
Ich hätt mein Kind ihm nicht gebracht!«

5
In Hameln fochten Mäus und Ratzen
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Bey hellem Tage mit den Katzen,
7
Es war viel Noth, der Rath bedacht,
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Wie andre Kunst zuweg gebracht.

9
Da fand sich ein der Wundermann,
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Mit bunten Kleidern angethan,
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Pfif Ratz und Mäus zusamm ohn Zahl,
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Ersäuft sie in der Weser all.

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Der Rath will ihm dafür nicht geben,
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Was ihm ward zugesagt so eben,
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Sie meinten, das ging gar zu leicht
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Und wär wohl gar ein Teufelsstreich.

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Wie hart er auch den Rath besprochen,
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Sie dräuten seinem bösen Pochen,
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Er konnt zuletzt vor der Gemein
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Nur auf dem Dorfe sicher seyn.

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Die Stadt von solcher Noth befreyet,
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Im großen Dankfest sich erfreuet,
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Im Betstuhl saßen alle Leut,
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Es läuten alle Glocken weit.

25
Die Kinder spielten in den Gassen,
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Der Wundermann durchzog die Strassen,
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Er kam und pfif zusamm geschwind
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Wohl auf ein hundert schöne Kind.

29
Der Hirt sie sah zur Weser gehen,
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Und keiner hat sie je gesehen
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Verloren sind sie an dem Tag
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Zu ihrer Aeltern Weh und Klag.

33
Im Strome schweben Irrlicht nieder,
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Die Kindlein frischen drin die Glieder,
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Dann pfeifet er sie wieder ein,
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Für seine Kunst bezahlt zu seyn.

37
»ihr Leute, wenn ihr Gift wollt legen,
38
So hütet doch die Kinder gegen,
39
Das Gift ist selbst der Teufel wohl,
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Der uns die lieben Kinder stohl.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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