Vier Waldstädtersee auf dem Schiffe

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Ludwig Achim von Arnim: Vier Waldstädtersee auf dem Schiffe (1806)

1
Dort drüben in den Bergen,
2
Da gräbt der Wind sein Haus,
3
Er muß sich heute bergen,
4
Kein Wölklein bläßt ihn aus:
5
Gelähmet ist sein Wille,
6
Das Wasser scheint so glatt,
7
Es tönt durch heiße Stille
8
Ihr Seufzen leise matt.

9
Wallfahrer traurig singen
10
Ihr wechselndes Gebet,
11
Doch mit dem Teufel ringen,
12
Wohl nimmer einer thät:
13
So drängen böse Zeiten
14
Heuschrecken, Schrecken ein,
15
Wer wird sich heut bereiten
16
Von Schmach uns zu befrein.

17
Die Bretter schwitzen Thränen,
18
Die Ruderer beim Wein
19
Verschlafen in den Kähnen
20
Des nahen Sturmes Dräun:
21
Du schaust mein Herz die Platte,
22
Sie rettete den Tell,
23
Den Muth, den Tell der Gatte,
24
Dem Schmerz entgegen stell.

25
Der Sturm trieb auf und nieder,
26
Sein Schiff zur Schreckens-Bahn,
27
Der Tell sang frohe Lieder,
28
Gefangen in dem Kahn:
29
Des
30
Der ihn gefangen hält,
31
Den Bösen treiben Drachen,
32
Wenn Tod ihm Netze stellt.

33
Er lößt dem
34
Er soll bekämpfen Tod,
35
Den sie mit Schimpf umwanden,
36
Nach tiefer Vaternoth:
37
Er soll sie jetzt erretten,
38
Der nur für Freiheit stritt,
39
Den sie gelegt in Ketten,
40
Zum Kerker führten mit.

41
Die Stürme von den Bergen,
42
Sie waren frei zum Kampf,
43
Es fluthet von den Bergen,
44
Der grauen Wolken Dampf
45
Hinaus hinüber über
46
In Wind und Gegenwind;
47
Der Liebe Himmel trüber,
48
Die Felsen deckt geschwind.

49
Wer giebt dem
50
Wer giebt ihm solchen Muth,
51
Es sind der Engel Kräfte,
52
Die ihn beschützt beim Huth:
53
Schon ist er nah am Ufer,
54
Jetzt springt er aus dem Kahn,
55
Und stößt ihn rasch vom Ufer,
56
Zurück zur Todes-Bahn.

57
Die Sklaven sollen vergehen,
58
Gelobt sei Wilhelm
59
Durch sie Tyrannen bestehen,
60
Die Freiheit steht durch
61
So wurden frei die Brüder,
62
Der Himmel ward ihr Haus,
63
Es schallten frohe Lieder
64
Wär diese Zeit nicht aus!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.