Die Wetterfahne

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Ludwig Achim von Arnim: Die Wetterfahne (1807)

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Viel Fahnen sind verloren,
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Doch eine ist erkoren,
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Sie schwebt noch obenauf
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Und zeigt der Stürme Lauf.

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So steht die Wetterfahne,
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Daß sie uns all' ermahne
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Zu künft'ger Wachsamkeit,
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In Leid und auch in Freud'.

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Sie drehet sich geschwinde,
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Und steht doch fest im Winde,
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Es spielt drinn der Wind,
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Wie ein unartig Kind.

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Er kommt nicht, wenn wir glauben,
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Doch steht die Fahn' im Glauben
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Auf eines Kirchthurms Spitz
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Und leitet ab den Blitz.

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Das Glück kann Gott nur geben,
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Die Sonne will sich heben.
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Die Fahne klirrt in Glanz,
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Das Wetter ändert ganz.

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Und wo die Thränen flossen,
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Die grünen Blätter sprossen,
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Die Blüten allzumal,
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Ich grüß dich freundlich Thal.

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Ich grüß dich von der Höhe,
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Vom Thurme weit ich sehe,
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Ich seh' der Erde Rand,
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Die Wellen ohne Stand.

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Hoch auf des Thurmes Zinnen,
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Will ich den Geist gewinnen,
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Daß er mir frei und klar
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Das Schicksal sage wahr.

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Das Land ist aufgeräumet,
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Das Meer hat ausgeschäumet,
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Die Taub' den Ölzweig bringt,
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Ihr armen Völker singt.

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Laßt euer Lied ertönen,
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Den Erdkreis zu versöhnen,
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Gott in der Höh' sei Ehr',
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Er straft euch nun nicht mehr.

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Gott hat von uns entrücket
42
Den Feind, der uns erdrücket,
43
Die Vögel singen laut,
44
Daß sie den Herrn geschaut.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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