Pripert war ein mächt'ger Herzog

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Ludwig Achim von Arnim: Pripert war ein mächt'ger Herzog Titel entspricht 1. Vers(1806)

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Pripert war ein mächt'ger Herzog
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Von dem großen Volk der Pripen,
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Saß auf einem hohen Schlosse
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Bei dem dunklen Karpfenteiche,
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Wo die braunen Frösche hüpfen;
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Seine Schwester hieß Fikette,
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Fidibus sein schlankes Weibchen.
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Als die Schwester in den Jahren,
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Wo sie könnte sich vermählen,
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Denn verliebt war sie schon lange,
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Fordert er von seinen Ständen
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Ihre Ausstattung ganz schleunig,
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Sammt und Seide wie gewöhnlich,
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Und die Stände bringen beides.
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Doch nachdem er es befühlet
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Scheint ihm beides also köstlich,
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Daß er es gern selbst behielte,
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Um sich einen neuen Schlafrock
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Statt des alten, der zerrissen,
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Zu der Cour daraus zu schneidern;
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Und die schöne junge Schwester
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Sendet er nun als Äbtissin
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Nach dem großen Fräuleinstifte,
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Daß sie es nicht fordern könne.
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»sammt und Seide sind jetzt theuer«
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Sagte ihr der gute Bruder;
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»kommen gar viel fremde Prinzen,
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Wie es bei der Werbung möglich
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Geht mehr Hafer, Weißbrodt, Kuchen
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Auf an einem einz'gen Tage,
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Als du ißt im ganzen Jahre;
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Auch die alten Livereien
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Sind dann nöthig umzuwenden,
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Mancher Knopf geht da verloren,
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Mancher Flecken kommt beim Essen:
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Darum ist es mehr gerathen,
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Daß du bleibest unvermählet.«
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Traurig fährt Prinzeß Fikette
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Nach dem alten Fräuleinstifte,
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Doch gedenkt sie, da zu finden
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Holde liebliche Freundinnen,
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Denen sie sich kann vertrauen;
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Ach was findet sie für alte
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Ausgedürrte, ausgeschriene,
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Gelbe Tabacksschnupferinnen,
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Die im ewigen Gezänke
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Ihr das Blau im Aug' abstreiten;
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Alle fluchten, wie die Landsknecht',
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Kommen stets zu spät zum Singen;
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Keine wollte Brod abschneiden,
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Keine das Gebet hersagen.
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Wenn sie dann in ihren Nöthen
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Zu dem tapfern Stiftshauptmann
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Hat gesendet ihre Diener,
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Da begann erst recht die Fehde,
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Und der Hauptmann war noch fröhlich,
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Wenn er ohne Nägelmahle
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Zu der Thür hinaus geflüchtet;
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Sicher fand er Reihen Zähne
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In dem Rocke fest verbissen,
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Ziegenhaarige Perücken,
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Lappen Flor in seinen Händen;
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Ach es sind zu alte Sünder,
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Um sich jemals noch zu bessern!
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Zählt zusammen ihre Jahre,
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Steigen sie zu vielen tausend
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Bis zu Medern und Assyrern,
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Und Methusalem dagegen
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Ist ein elend junges Bürschgen.
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Also war der Stamm beschaffen,
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Also war ihr reines Leben;
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Denn unheil'ger ist wohl nimmer
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Auf der Erd' ein Stift gewesen,
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Und geplagter war auch keines.
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»sagt was spotten denn die Männer
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Über uns die alten Jungfern
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Also frech von allen Seiten,
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Ist es nicht die Schuld der Männer,
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Unser Wille war es nimmer!«
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Also seufzte manches Fräulein,
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Das recht tückisch war genecket,
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Wenn die Knaben aus dem Städtchen
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Mit den flinken Blaseröhren
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Ihren Kater niederschossen,
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Der zum Nachbarhaus geschlichen,
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Auf den Dächern kühnlich irrte.
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Gab es Schnee, so standen morgens
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Weiße Männer vor dem Fenster;
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Jeder Baum, der in der Nähe,
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Ward bezeichnet mit Skandalen,
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Und die Früchte weggestohlen;
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Und für so viel stete Leiden
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Was war die Entschädigung?
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Keine reichen Nadelgelder,
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Keine Leckerein beim Schmause,
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Gleiche Kost an jedem Tage,
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Täglich Ziegenfleisch und Erbsen,
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Damit war das Stift dotiret: –
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Schwere Kost für alte Magen!
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Darum suchte jedes Fräulein,
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Ihre mächtgen Portionen
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Heimlich solchen zu verkaufen,
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Die dafür was Leckres brachten;
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Darum schlichen viele Leute
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Abends durch des Stiftes Garten,
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Um zu tauschen, um zu kaufen
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Ziegenfleisch und gelbe Erbsen,
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Heimlich, daß doch die Äbtissin
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Nichts von dem Erwerbe wisse.

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Arme, arme Fürstentochter!
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Die in ihren frühen Jahren
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Mit so manchem schönen Pagen
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Ein Versteckens oft gespielet,
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Und nach ihrem frohen Sinne
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Sie genecket und geküsset.
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Ach noch denkt sie an den Einen,
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Der so oft am gläsern Wagen
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Neben ihrem Sitz gehangen
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Und mit seiner heißen Liebe
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Ihr das Spiegelglas behauchte,
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Bis er ihr darin verschwunden!
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Ach er ist nicht ganz verschwunden!
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Seit er ist herangewachsen
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Reitet er nach der Parade
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Täglich bei dem Stift vorüber,
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Als ein prächtiger Dragoner
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Mit dem Degen an der Seite,
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Mit der Feder auf dem Hute,
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Mit den schönen blanken Stiefeln,
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Mit der weißen Kraus am Hemde,
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Mit der hohen schwarzen Binde,
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Mit dem Rock Vergißmeinnicht,
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Mit den Wangen Milch und Blut,
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Mit dem schwarzen Knebelbarte;
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Kommt geritten, sie begrüßend
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Seinem Pferd hat er gelehret,
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Sich zu bäumen und zu wiehern,
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Daß der Puder weit aufflieget,
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Hat er ab den Hut genommen –
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Also weicht er von dem Stifte
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Wie ein schönes Wolkenbild.
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Alle Nächte denkt sie seiner,
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Wenn das Dunkel Frieden stiftet,
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Und kein Blick sie mehr belauschet,
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Wenn sie wandelt in dem Garten,
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Süßes Schmachten in dem Herzen,
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Holde Töne auf den Lippen,
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Denen sie sich gern vertrauet,
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Weil sie nicht als Zeugen dienen,
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Sondern alsogleich versinken
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Wie der Traum, der sie geschaffen.
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Leise singt sie ihre Lieder.
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Wie die Quellen zu den Veilchen,
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Und im Hauche dieser Veilchen
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Scheint der Liebling ihr zu nahen,
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Mit dem Degen, mit dem Hute,
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Mit der Krause, mit den Spornen,
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Mit dem Zopfe, mit dem Puder;
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Und mit ausgespannten Armen,
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Wie mit Segeln zu dem Hafen,
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Stürzt sie in den Arm des Theuren:
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Und da sind es leere Lüfte,
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Eine Hand, die faßt die andre;
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Traurig singt sie leise flüsternd:

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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